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Sonntag, 11. Oktober 2026

Wo Kinder auf Unterstützung angewiesen sind – Hat die Küchenfee an Grundschule in Premnitz bald ausgedient?

Havelland, Premnitz
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Die „Küchenfee“ im Minijob, Annett Schröder, ist für den „Ketchup-Club“ an der Dachsberg-Grundschule in Premnitz im Einsatz. Das Projekt läuft Ende Januar 2027 aus, wenn sich keine Geldquellen auftun. Foto: Simone Weber

Willkommenes Gratis-Angebot an der Grundschule „Am Dachsberg“ in Premnitz: Doch steht der „Ketchup-Club“ vor dem Aus, sofern sich keine Spender und andere Unterstützer finden.

Montags und freitags gibt es Cornflakes. Dienstags, mittwochs und donnerstags können sich Schüler an einer Salatbar bedienen. Schultäglich werden ein Toastbrot und 1,5 Kilogramm Mischbrot von der verbliebenen „Küchenfee“ im Minijob, Annett Schröder, zu Stullen verarbeitet. Seit 17 Jahren gibt es an der Premnitzer Dachsberg-Grundschule den „Ketchup-Club“ des Arbeitswohlfahrts-Bezirksverbands (AWO) Potsdam. Anfangs gab es noch Mittagsmahlzeiten, bis Ende 2025 sogar zwei Küchenfeen.

Dutzende Kinder, die ohne Brotbüchse in die Schule kommen, nutzen das tägliche Frühstücksangebot in der großen Pause und nehmen sich auch noch ein Stullenpaket für die Mittagspause mit – und sind darauf sogar angewiesen. Ein Schulessen kostet derzeit rund 3,70 Euro. Zum Vergleich: Im benachbarten Rathenow wurde für eine Grundschule Mittagessen gerade neu ausgeschrieben. Preis des Anbieters: 5,50 Euro pro Essen.

„Rund 100 unserer rund 385 Schüler empfangen soziale Transferleistungen. Rund 60 fremdsprachliche Schüler besuchen unsere Schule“, erklärt Jens Martin, Leiter der Bildungsstätte am Dachsberg. Er sowie Bürgermeister Thomas Rosenberg und der AWO-Bezirksverband wollen das Projekt nicht sterben lassen, sondern unbedingt erhalten. Denn wegen gestiegener Kosten steht der „Ketchup-Club“ vor dem Aus. So rufen die Beteiligten zu Sponsoring, Spendentätigkeit und ehrenamtlicher Hilfe auf. Seitens der AWO wurde das Projekt jetzt noch einmal bis zum 31. Januar 2027 verlängert.

2025 betrugen die jährlichen Ausgaben, vor allem Personalkosten, insgesamt 27.000 Euro. 1.200 Euro kamen aus dem Haushalt der Stadt und insgesamt 2.500 Euro an Spenden. Spendenboxen stehen bei einem Frisör, in einem Blumenladen und in einem Döner-Imbiss. Derzeit soll die Blücher GmbH am Standort eine aktuelle Spende in Aussicht gestellt haben, wie es heißt. Die Stadtwerke würden das Projekt bereits unterstützten.

„Um Kosten zu sparen, wurde zu Jahresbeginn 2026 bereits die bisher zweite Minijob-Stelle gestrichen. Die Suche nach ehrenamtlicher Unterstützung blieb in letzter Zeit erfolglos“, so AWO-Mitarbeiterin Diana Golze. Bürgermeister Rosenberg will am Wirtschaftsstammtisch im Oktober für Unterstützung des „Ketchup-Clubs“ werben. Ein höherer finanzieller Zuschuss durch die Stadt sei nicht möglich, wie es heißt. Derweil sieht Schulleiter Martin gewisses Potential für ehrenamtliche Hilfe zum Beispiel bei bereits ehrenamtlich engagierten Lesepaten an der Schule.

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