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Donnerstag, 16. April 2026

Wo in Premnitz um zwei Ecken gedacht und gebaut wurde

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PWG-Premnitz-Dichtereck-Ebers
PWG-Geschäftsführer Heiko Ebers tippt auf das Titelfoto des aktuellen Stadtmagazins und zeigt an, wo das „Dichtereck“ in Premnitz entstanden ist. Foto: René Wernitz

Viele Premnitzer wissen noch, wie es hier vormals aussah. Für das neue „Dichtereck“ auf rund 7.500 Quadratmeter großem Grundstück zwischen Heinrich-Heine-, Erich-Weinert- und Johannes-R.-Becher-Straße wichen einige Objekte. Hier wurde erheblich in Stadtumbau investiert.

Die Heinrich-Heine-Straße 41 steht weiter für frühe DDR-Wohnbaugeschichte. Anstelle des Zwillingsobjekts mit der Hausnummer 37 ließ die Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft mbH (PWG) ab November 2020 einen Neubau errichten. Das Haus war im September 2021 bezugsfertig. 

Das Projekt kostete knapp 2,3 Millionen Euro und war noch durch PWG-Geschäftsführer Dietmar Kästner angeschoben worden. Durch Nachfolger Heiko Ebers bekam es eine völlig neue Zielrichtung. Er wollte weiter bauen und um zwei Ecken herum ein „Dichtereck“ schaffen.

Von September 2022 bis August 2023 entstand gleich nebenan – Heinrich-Heine-Straße 36 – ein praktisch identischer Neubau mit insgesamt 815 Quadratmetern Wohnfläche, verteilt auf sechs Zwei- und sechs Drei-Raumwohnungen. Da in dem Jahr die Baukosten erheblich gestiegen waren, musste die PWG rund 500.000 Euro mehr investieren. Hier hinein fielen aber auch Ausgaben für jetzt gewollte Kunst am Bau. Der Mögeliner Fassadenkünstler Marco Brzozowski gestaltete mehrere Flächen. 

An dem Gebäudeteil mit Eingang, Treppenhaus und Aufzug malte er rechtsseitig eine riesige Dichter-Feder. Linksseitig ist Heinrich Heine zu sehen – im Jugendstil bzw. Art nouveau. Im Giebelbereich hin zur Erich-Weinert-Straße ist der dort namensgebende Dichter abgebildet. Aus Frontalperspektive des Betrachters mutet es an, als würde dieses Jugendstil-Bild zwischen vier gefüllten Bücherregalen hängen. Der südliche Giebel der Heinrich-Heine-Straße 37 bekam nachträglich zwei Bücherregale.

In Vorbereitung auf den zweiten Neubau hatte die PWG jenes leerstehende Gewerbeobjekt mit großer Hummel über dem Eingang erworben. Durch Abriss wurde Baufreiheit geschaffen. Ferner wurde ein Garagenkomplex eingeebnet.

Für das mit insgesamt 1.700 Quadratmetern Wohnfläche deutlich größere Wohnhaus, das zur Eckbebauung in der Erich-Weinert- / Johannes-R.-Becher-Straße werden sollte, war Baubeginn im Oktober 2024. Seit 1. November 2025 sind die Wohnungen vermietet. Hier beliefen sich die Baukosten auf etwa 5,7 Millionen Euro. Auch hier setzte die PWG auf Kunst am Bau.

Das „Dichtereck“ ist voll vermietet. Das Angebot war weit kleiner als die Nachfrage. Um faire Vergabe zu gewährleisten, kam für jedes Haus – schlüsselfertig errichtet durch die Rampf Bau GmbH – unter den Mietbewerbern das Losverfahren zur Anwendung. 

Klar in der Architektur: Das ist die offensichtliche Facette der „Dichtereck“-Häuser. „Insgesamt zeigt das Projekt eindrucksvoll, wie eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft trotz steigender Baukosten qualitativ hochwertig und energieeffizient Wohnungsbau umgesetzt hat – und wie konsequent die PWG auf nachhaltige, zukunftsfähige Wohnlösungen setzt“, so Geschäftsführer Heiko Ebers. Die Heinrich-Heine-Straße 36 ist sogar QNG-zertifiziert. Das heißt: Sofern es mal rückgebaut werden müsste, sind bis auf den letzten Nagel alle verwendeten Baumaterialien recycelbar.

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