Wieder Leben im alten Rittergut im Milower Land
Im Zuge der Feier zu 20 Jahre LEADER-Förderung im Landkreis Havelland wurden auch erfolgreiche, geförderte Projekte vorgestellt. Eines davon ist ein ehemaliges Rittergut. In Marquede (Milower Land) stehen gerade mal zwei Doppel-Wohnhäuser, eine Bushaltestelle und ein Storchenmast vorm verfallenen Rittergut. Ein Guts-Nebengebäude ist bewohnt. 1215 vermacht Ritter Daniel von Mukede dem Domkapitel Brandenburg unter anderem Marquede. Von 1390 bis 1754 gehörte es als Nebengut zusammen mit den Gütern Bützer und Jerchel zum Rittergut Milow unter derer von Tresckow (Treskow). 1754 erwarb Moritz von Anhalt-Dessau Milow als Domgut. Marquede fiel wüst.
Im 18. Jahrhundert gründete Rittergutsbesitzer Christoph Friedrich von Katte auf der Wüstung das Vorwerk Marquede, das der Familie bis 1930 gehörte. 1928 wurde der Gutsbezirk Marquede mit der Landgemeinde Jerchel vereinigt. Zu DDR-Zeiten gehörte das Gut mit Rinder- und Ferkelzucht der LPG „Karl Marx“ Vieritz. 1950 nach Milow eingemeindet gehört es seit 2003 zur Gemeinde Milower Land.
Anfang der 1990er Jahre brannte es auf dem noch bewohnten Gut. Nach einem zweiten Brand des Gutshauses 2019 hauchen erneut ein „Ritter“ Christoph (Franke) und „Gutsfräulein“ Deborah Seifert unter dem Motto „Alles wird gut.“ dem verwaisten Gut, als „Kulturgut Marquede“, wieder Leben ein. Vor fünf Jahren kauften beide das Grundstück mit drei verfallenen Gebäuden und zogen mit beiden Söhnen nach Milow.
Seit Ende 2025 ist das Kulturgut für die Menschen der Region greifbar. Mit Gründung einer Gärtnerei für Marktgemüse kann man am kleinen Stand vor dem Gut täglich frisches Gemüse, Obst von angepflanzten Streuobstbäumen und Konfitüren kaufen.
Samstags, 14-tägig, ab 12 Uhr ist öffentlicher Backtag. Es gibt Pizza, Brot mit 48-stündigem Sauerteig und Kuchen zum Kaffee. Alles aus dem modernen Holzbackofen im alten Backhaus. „Gern können unsere Gäste beim Backen mithelfen oder Brotteig und Kuchen zum Abbacken mitbringen“, so Christoph Franke. „Wir planen das alte Gut neu zu beleben: als Ort für Landwirtschaft, Bildung, Kultur und Wohnort. 2025 haben wir viel Müll auf dem Gelände beseitigt. Geplant sind Hofladen, Pizzeria und Bäckerei mit Café.“
Mit Mitteln der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Havelland wurden 2024 die Anschaffung des Backofens im Gemeinschaftsbackhaus und der Aufbau der Gemeinschaftsgärtnerei gefördert. Für 2026 fördert die LAG die Gutshaus-Sanierung. Diese unterstützt die Stiftung Denkmalschutz mit einer Jugendbauhütte, wofür Franke junge Leute für ein Freiwilliges Soziales Jahr sucht. Auch in die Gärtnerei können sich Menschen einbringen.
Kontakt und Information zu Angeboten und Engagement auf dem Kulturgut Marquede: Telefon 0179/2271982 oder mail@marquede.de und instagram @kulturgut_marquede.





