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Donnerstag, 13. August 2026

Warum Rehkitze nicht einfach davon laufen, wenn Gefahr droht

Dallgow-Döberitz, Havelland
rhkitz
Aufgespürtes Rehkitz in einer Box. Foto: Silvia Passow / Rehkitzrettung Brandenburg e.V.

Die heiße Einsatzphase ist für den in Dallgow-Döberitz (Havelland) ansässigen Rehkitzrettung Brandenburg e.V. jetzt vorbei.

Die Mitglieder und Helfer des vor fünf Jahren gegründeten Vereins Rehkitzrettung Brandenburg suchen ehrenamtlich und bis in den Sommer hinein Wiesen vor der Mahd ab. Ein kostenloses Angebot an die Landwirte im ganzen Land. Mit einer mit Wärmebildkamera ausgestatteten Drohne werden die Flächen abgeflogen. Entdeckt der Drohnenpilot ein Kitz, kommt das Wiesenteam zum Einsatz. Die aufgespürten Kitze werden mit Einmalhandschuhen und Gras aus ihren Verstecken in den Wiesen gehoben und in eine Box gesetzt. Diese wird am Wiesenrand in den Schatten gestellt. Nach der Mahd dürfen die Kitze zurück in die Freiheit, gehen sozusagen „rehtour“.

Für Landwirte und/oder Traktoristen ist es oft eine große Erleichterung, wenn sie wissen, dass kein Rehkitz in der Wiese liegt. Zum einen ist das Vermähen von Kitzen eine unvorstellbare Qual für die Tiere. Nicht immer führen die Verletzungen zum sofortigen Tod. Die Mütter der Kitze, die Ricken, können durch den Verlust ihres Kindes Milchfieber erleiden. Zum anderen ist das Gras als Futter für die Tiere der Landwirte gedacht. Schafe, Kühe und Pferde können schwer erkranken, wenn ein Kadaver im Futter steckt. Er kann bei den Tieren zu Botulismus führen, eine zumeist tödlich endende Krankheit. Immer wieder ist von Landwirten zu hören, die einen Teil ihrer Tiere auf diese Art verlieren. Flächen im Vorfeld abzusuchen, kann also nicht nur Kitze retten.

Dabei muss mit den Wildtieren behutsam und fachgerecht umgegangen werden. Es dürfen sich keine Gerüche vom Menschen auf das Kitz übertragen. Die Mitglieder des Rehkitzrettung Brandenburg e.V. werden geschult, bevor es in den Einsatz geht. Doch warum laufen die Kitze bei Gefahr nicht einfach davon? Weil die Natur es anders vorgesehen hat. In den ersten Lebenstagen haben sie einen sogenannten Drückinstinkt. Bei Gefahr drücken sie sich tief in den Boden. Sie haben keine Witterung, der Fuchs würde glatt einen halben Meter an ihnen vorbeilaufen. Die weißen Punkte auf dem Rücken reflektieren das Sonnenlicht.  

Toni Schmidt

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