War Luise von Preußen mal in Rathenow?
Am 10. März 2026 jährt sich der Geburtstag von Luise von Preußen zum 250. Mal. 1795 ins Königshaus eingeheiratet, wurde sie sehr beliebt. Es war im Katastrophenjahr 1806, als die Gattin des Monarchen durch die Havelstadt kam.
Rathenow war bis und blieb noch sehr lange nach 1801 begründeter optischer Industrie im Kern eine Garnisonsstadt. Hier war seit dem 18. Jahrhundert reichlich Militär einquartiert. Gute Info-Quelle dazu ist die Internetseite des Förderverein Heimatmuseum der Stadt Rathenow e.V. „Zu einem großen Teil waren es berittene Truppen, die von der Stadt in ihren Mauern beherbergt wurden. (…) Noch bis zum Jahre 1945 hatte die Polizeischule für Reit- und Fahrwesen in den Kasernen in der Bahnhofstraße (mit bis zu 1.000 Pferden 1939) ihr Quartier. Im 18. Jahrhundert war Rathenow Garnisonstadt eines Kürassier-Regimentes, der Leib-Carabiniers“, wie es auf www.heimatmuseum-rathenow.de heißt.
Das Regiment der Leib-Carabiniers wurde auch als Kürassier-Regiment N0. 11 bezeichnet. Der Regimentsstab lag ab 1743 in Rathenow, als weitere Garnisonstandorte werden Neuhaldensleben, Wolmirstedt, Jerichow, Burg, dazu zunächst Möckern und Loburg, dann Sandau und Genthin angegeben. Die Geschichte endete 1806. Das hat wichtige Gründe.
Das Königreich Preußen hatte am 9. Oktober 1806 dem napoleonischen Frankreich den Krieg erklärt. Nur wenige Tage danach tobten blutige preußisch-französische Schlachten. Laut Angaben im Internetbeitrag über das Leib-Carabiniers-Regiment gehörte es zur Hauptarmee in der Schlacht bei Auerstedt.
Auch bei Jena wurden die Preußen besiegt, die Reservearmee wurde sodann bei Halle geschlagen. „Das Königspaar, das sich nahe den kämpfenden Truppen aufgehalten hatte, musste getrennt fliehen. Zu Luises Zielfluchtort wurde zunächst das ostpreußische Königsberg, wo sie erstmals schwer erkrankte. Trotz Fiebers wurde ihre Flucht bis nach Memel, in den letzten Zipfel des Königreichs fortgesetzt. Dort traf sie wieder mit ihrem Ehemann zusammen“, wie kürzlich in der gedruckten BRAWO zu lesen war.
Indessen erfährt man auf der Heimatmuseumsseite, dass die Leib-Carabiniers in Folge der Niederlage bei Auerstedt einem anderen Truppenteil angeschlossen wurden, dessen Großteil am 29. Oktober 1806 bei Pasewalk kapitulierte, Reste ergaben sich am 1. November bei Anklam oder setzten sich nach Ostpreußen ab. „Das Regiment berührte auf dem Rückzug seine Garnison Rathenow nicht, von Jerichow zog es auf direktem Weg nach Prenzlau“, wie wörtlich ausgeführt wird
Was das Königspaar betrifft, sind folgende Internetangaben überaus aufschlussreich: „Bereits zwei Tage nach der Niederlage von Jena und Auerstedt, in der Nacht zum 16. Oktober, kam die Königin Luise, auf ihrer Flucht dem König vorauseilend, durch Rathenow.“
Friedrich Wilhelm III. kam erst am 18. Oktober an, da dürfte seine Gattin ihre Flucht schon fortgesetzt haben. Nach einer Unterredung vor Ort zog auch er schleunigst weiter.
Der letzte Regimentschef, August von Bismarck, trat nach der Niederlage vom Posten zurück. Dem gesamten Regiment wurde Versagen vorgeworfen. Es wurde gestrichen. Damit endete auch seine Militärgeschichte in Rathenow.





