Einschusslöcher an Grabstätte in Rathenow
Noch immer sind an einer Grabstätte auf dem im 18. Jahrhundert angelegten und daher historisch wertvollen Friedhof in Rathenow zahlreiche Einschussschäden nicht zu übersehen. Das gesamte Objekt, das an einen örtlichen Ziegel-Fabrikanten erinnert, bedarf einer Sanierung.
„In der Trübsal nicht verzagen, sondern arbeiten – fröhlich sein in der Hoffnung und zuversichtlich im Glauben an das Ewige, Gute und Schöne.“ Diese Worte sind im Gedenken an Carl Gustav Matthes (1830-1914) zu lesen. Er war ein prominenter Unternehmer bzw. Fabrikant, seit 1865 ein Ziegeleibesitzer. Ferner wurde Matthes im Jahr 1880 zum Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr Rathenow und war bis zu seinem Tod deren erster Wehrführer. Zu Matthes‘ Portfolio gehörten glasierte Ziegel, wie er sie zum von 1893 bis 1895 erfolgten Bau des westhavelländischen Kreishauses, dem Dienstsitz des Landrats, lieferte. Sogar zur Herstellung seiner großen Grabstelle wurden solche Ziegel verwendet.
Als Rathenow Ende April/Anfang Mai 1945 zum Kriegsschauplatz wurde, tobten Kämpfe auch auf dem Friedhof des Weinbergs. Einschussschäden an Matthes-Ziegeln zeugen davon. Das Objekt standsicher und wetterfest für die Zukunft zu machen, ist vorrangiges, diesjähriges Ziel des Memento e.V. aus Rathenow, der schon einige spendenfinanzierte Projekte auf dem Friedhof umsetzte. Ziegelwerk, Schmuckelemente und Inschrift sollen saniert werden, die Einschussstellen sollen aber erhalten bleiben. Alle Infos sind dazu auf www.memento-rathenow.de verfügbar.





