Schilf-Glasflügelzikade noch nicht im Havelland – Aber Augen auf in Kleingärten und auf Feldern!
Inzwischen ist so manches neue Getier in Brandenburg angekommen und breitet sich aus. Nun ist auch von der Schlif-Glasflügelzikade die Rede. Landwirte und Kleingärtner sollten die Augen offen halten, was aber nicht viel nutzt, wenn das passende Gegenmittelchen fehlt.
Zuletzt hat der Abgeordnete Johannes Funke (SPD) im Landtag das neue Stichwort gegeben. Innerhalb der SPD-Fraktion bekleidet er den Posten des agrarpolitischen Sprechers. Er ließ über die aus mediterranen Gegenden stammende Schlif-Glasflügelzikade wissen, dass ihre Ausbreitung rasant verlaufe, die Schadwirkung in Landwirtschaft und Gartenbau könne verheerend sein. Das zeige einmal mehr, wie dringend erforderlich eine schnelle Anpassungsfähigkeit von Pflanzenschutzmitteln in Zeiten des Klimawandels sei, so Funke.
Seine Affinität hin zur Landwirtschaft ist im Havelland bekannt. Funke agiert hier als Geschäftsführer des Kreisbauernverbands. Sein Vereinschef, Dirk Peters, ist im Hauptberuf ein Nauener Landwirt. Und der berichtet auf BRAWO-Anfrage, dass ihm noch kein havelländischer Zikaden-Fall bekannt wurde. Allerdings dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sie die Region westlich von Berlin erreicht. Im östlich gelegenen Oderbruch ist sie bereits angekommen. Die Zikade selbst sei nicht das Problem, sondern die Erreger, die sie überträgt.
Peters beklagt, dass es zwar Schutzmittel gebe, diese aber nicht zugelassen seien. Bei Auftreten der Zikade würde erst ein längerer bürokratischer Prozess einsetzen. Bestenfalls nach Wochen könnten Betroffene ihre Gegenmaßnahmen per Notfallzulassung einleiten. Für weitere Fachinfos verweist er auf das Julius-Kühn-Institut, das zur Schilf-Glasflügelzikade weiter forscht.
Recht anschaulich beschreibt Peters, wie befallene Kartoffeln aussehen. Wer schon in der Wachstumsphase feststellen würde, dass die Pflanzen trotz Wässerung welken, könne ziemlich sicher sein, dass die Schilf-Glasflügelzikade angekommen ist. Kartoffeln selbst hätten faule schleimige Stellen.
Zuckerrüben sähen aus, als hätten sie vier Wochen lang in der Sonne gelegen. Inzwischen würden auch Spargel und Erdbeeren als gefährdet gelten. Ferner könnten Zwiebeln, Rhabarber, Rote Beete und Möhren ernsthafte Probleme bekommen.





