Mauerbau ab 13. August 1961 – Dieter Dombrowski war ein zehnjähriger Junge im Osten von Berlin
Mauerbau ab 13. August 1961: Das wird jetzt wieder zum Thema – auch im Landkreis Havelland, der im Osten an Berlin-Spandau grenzt. Ein prominenter Zeitzeuge ist der im Westen der Region lebende Dieter Dombrowski.
„Ich verurteile niemanden, der sich in der DDR gut aufgehoben fühlte. Was ich verurteile, ist das Desinteresse am Leben Anderer. Desinteresse und Gleichgültigkeit sind Bausteine, die nötig sind für das Funktionieren von Diktaturen“ – So lautet ein Kernsatz im autobiografischen Beitrag von Dieter Dombrowski, verfasst 2021 und weiter nachzulesen auf der Internetseite der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Seinerzeit hatte sich der Beginn des Berliner Mauerbaus zum 60. Mal gejährt, inzwischen liegt das 65 Jahre zurück. Dombrowki war damals ein zehnjähriger Junge.
Dieter Dombrowski (Jahrgang 1951 / CDU) ist auf regional- und landespolitischer Ebene sehr bekannt. Von 1990 bis 1993 war er Landrat des damals noch bestehenden Kreises Rathenow. Vizelandtagspräsident war er von 2014 bis 2019, verfügt indessen noch heute über ein havelländisches Kreistagsmandat und lebt im Milower Land. Geboren wurde er als achtes Kind einer katholischen Familie in Berlin (Ost) und kam zu der „Ehre“, wie er im Internet berichtet, dass Patenkind von Wilhelm Pieck, dem 1. Staatspräsidenten der DDR, geworden zu sein.
Der polnischstämmige Vater war früh verstorben. Die ganze Familie, bei der aus dem Rheinland stammenden Mutter 1964 angefangen, drängte es in den demokratischen Westen. Wie das für jeden einzelnen ausging, steht auch auf www.kas.de.
Etwa Dieter Dombrowski wollte 1974 fliehen, was misslang. Der Malergeselle, der eine Meisterschule besucht hatte, wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Schon im Dezember 1975 wurde er für 96.000 Deutsche Mark von der Bundesrepublik freigekauft und übersiedelte sogleich: „Aus der Dunkelheit der Zelle in das vorweihnachtliche, hell erleuchtete Berlin. Für mich kann ich sagen, dass die Aufnahme im freien Teil Deutschlands schöner und erfreulicher war, als ich es mir jemals erträumt hatte. Frei, alles selbst entscheiden können und müssen. (…) Ich habe die Chance bekommen einen neuen Beruf zu erlernen und ich konnte mich ohne jeden Zwang politisch engagieren.“

In (West-)Berlin startete Dombrowski seine Politkarriere, schaffte es dort sehr zügig zum Landesvorsitzenden der CDU-Jugendorganisation (Junge Union). 2021 ließ er wissen: „Am Tag des Mauerbaus, aber auch am Tag des Mauerfalls, denken viele von uns an die Menschen in der ehemaligen DDR, denen es nicht mehr vergönnt war, den Fall der Schandmauer mitzuerleben. Die krank durch die Aussicht wurden, nie mehr Freiheit zu erleben.“
Rund 14.000 Seiten sollen die Stasiunterlagen zu Dieter Dombrowski umfassen. In seinem Beitrag ist ferner zu erfahren, dass keines der Geschwister der Freien Deutschen Jugend (FDJ) angehört hatte. Für sich gesprochen: „Sieht schon merkwürdig aus, wenn an Staatsfeiertagen 33 Schüler mit Blauhemd in der Klasse sitzen und einer ohne“, so Dombrowski.





