In die Knie sinkender Wanderer zeigt Grabstätte einer Familie an
Der Historische Friedhof in Rathenow besteht seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Er zeugt von sich wandelnder Bestattungskultur. Eine optisch herausragende Grabstätte ist die der Familie Gebauer.
Der 1866 geborene August Gebauer war ein Unternehmer, handelte mit optischen Waren. Wo er 1935 bestattet wurde, steht noch heute ein rötlicher Marmorblock, auf dem sich eine Bronzefigur befindet. Sie zeigt einen an seinem Stock zusammenbrechenden, in die Knie sinkenden Wanderer. Ehefrau Agnes wurde hier 1940 bestattet, Tochter Agnes-Maria im Jahr 1973.
In der havelländischen Kreisstadt besteht mit dem Memento e.V. ein Verein, der sich für den Erhalt der historischen Gräber engagiert. Sie stellen für ihn eindrucksvolle Zeugen der Erinnerung dar. „Diese besonderen Grabstätten laden zu einem Besuch ein“, wie es im Internet auf www.memento-rathenow.de einladend heißt.
Aktuell wird auf der Seite über eine gedruckte Neuheit informiert. Die Sonderausgabe Nummer 9 vom „Rathenower Heimatkalender“, verfasst von Werner Coch, gebe einen umfassenden Überblick mit Beschreibungen historischer Gräber sowie zur Geschichte dieses außergewöhnlichen Friedhofs und seiner historischen Gebäude.
Mittels einer eingehefteten aufklappbaren Karte sind die wichtigsten Grabstätten wie die der Familie Gebauer leicht zu finden. Die 100-seitige Broschüre ist im denkmalgeschützten Torhaus des Friedhofs erhältlich. Es ist dienstags bis freitags von 10.00 bis 15.00 Uhr geöffnet.





