Geschichtlich verwoben: Tangermünde, Havelberg und Rathenow
Vor fünf Jahren hat BRAWO behauptet: „Havelberg und Tangermünde in Sachsen-Anhalt sowie Rathenow in Brandenburg könnten als Einheit ein touristisch interessantes Städtedreieck bilden.“ Geschichtlich gesehen, gibt es weiter einige verbindende Elemente.
Im Ursprung gehörten die Orte zur Mark Brandenburg. Von Havelberg nach Rathenow (Havel) und Tangermünde (Elbe) sind es jeweils rund 40 Kilometer. Die Distanz zwischen den südlich gelegenen Städten beträgt auf der Bundesstraße 188 nur etwa 30 Kilometer.
Gerade die Ost-West-Wegebeziehung war für Rathenow einst die wichtigere. Denn dabei mussten Händler und Reisende die Havel überqueren, was Geld in die Stadtkasse spülte. Zu den Reisenden gehörten mitunter die Landesherren. In Tangermünde und Rathenow hatten die hochmittelalterlichen Askanier Burgen geschaffen, die auch ihren Aufenthalten gedient haben dürften.
1319 ist das Jahr, in dem Markgraf Waldemar der Havelstadt seinen dortigen Wald übereignete, über den die Stadt noch heute verfügt. Dieser war einst ein bevorzugtes Jagdrevier. Schon seit 1295, als Rathenow das Stadtrecht erhielt, gibt es keine Burg mehr. Indessen hat sich das historische Objekt an der Elbe zu einem Schloss entwickelt. Maßgeblich daran beteiligt war Kaiser Karl IV. aus Prag, der nach Erwerb der Mark Brandenburg (1373) die Burg Tangermünde zu seiner nördlichen Residenz auserkoren hatte.
Havelberg verfügte über keine Burg, hat dafür den noch heute existierenden Dom, der auch als Wehranlage konzipiert wurde. So wie Tangermünde übt auch Havelberg durch viele alte Gebäude besondere Reize auf historisch interessierte Touristen aus. Die Schäden des Zweiten Weltkriegs waren weit geringer als die in Rathenow.

Noch bis in die 1990er Jahre hinein war die Sankt-Marien-Andreas-Kirche eine Ruine. In der Weise wie das Rathenower Wahrzeichen wieder aufgebaut und Wohnhäuser auf dem Kirchberg saniert wurden, wuchs auch an anderen Stellen der Stadt das touristische Pozenzial. Der an Havelwasser gelegene Optikpark, der zur Landesgartenschau (LAGA) 2006 entstand und Teil der Bundesgartenschau (BUGA) 2015 war, will am Montag, 6. April 2026, die nächste Besuchersaison eröffnen. Durch die dortige Weinbergbrücke ist der Park mit den touristisch reizvollsten Stellen der Innenstadt verbunden.





