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Sonntag, 11. Oktober 2026

Gedenken in Nennhausen: Auch der Bürgermeister starb 1945

Amt Nennhausen, Havelland
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Gedenkstein neben der Kirche in Nennhausen: Unten wird der alttestamentarische Prophet Micha mit den „Schwerter zu Pflugscharen“ zitiert. Foto: René Wernitz

Keine Schuldzuweisung, keine Heroisierung: Neben der Kirche im havelländischen Nennhausen wird aller Opfer des Zweiten Weltkriegs gedacht.

Die obere Inschrift auf dem Gedenkstein ist Militärangehörigen gewidmet: „Hier ruhen 49 Soldaten der Roten Armee und 38 deutsche Soldaten“. Darunter steht: „Wir gedenken der Opfer von Haß und Gewalt durch den II. Weltkrieg“. Das Gedenken geht über zu Zivilisten, die hier starben, in den Ort verschleppte Fremd- bzw. Zwangsarbeiter und all jene, die aus stalinistischen Lagern nicht wiederkehrten. „Wir hoffen auf ein neues Denken“, steht über einem Zitat aus der Bibel – das mit „Schwerter zu Pflugscharen“. Der große Gedenkstein wurde erst nach 1990 aufgestellt. Zuvor gab es zwei Kriegsgräberstätten in Nennhausen. Darüber wird auf www.denkmalprojekt.org informiert.

Bis zu ihrer Umbettung befanden sich die sowjetischen Gräber auf dem Platz gegenüber der Kirche (heute Fouque-Platz). Der dort erhaltene Obelisk erinnert an die frühere Stätte. Die sterblichen Überreste wurden neben die der deutschen Soldaten gebettet. Zu den Opfern in Nennhausen werden zwei Säuglinge gerechnet. Die am 8. Januar 1944 geborene Katharina Blochowa, Tochter von Zwangsarbeitern aus der Sowjetunion, starb zehn Tage vor Vollendung des zweiten Lebensmonats. Anna Dolat, Tochter polnischer Zwangsarbeiter, lebte vom 11. Februar bis zum 5. April 1944.

Zum prominenten Opfer während der Kampfhandlungen wurde Bürgermeister Heinrich Köchling. Er wurde bereits am 24. April 1945 tödlich getroffen. Die meisten Soldaten starben am 26. April. Einige auf deutscher Seite waren erst 1927 geboren worden, so auch Carsten Haack, der seinen 18. Geburtstag am 22. September 1945 nicht erlebte. Die jüngsten getöteten sowjetischen Soldaten waren 1925 zur Welt gekommen.

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