Brassenburger gibt’s beim Fischer in Strodehne
Brasse bzw. Blei ist eine wohl unterschätzte heimische Fischart. Bei Rathenow im westlichen Havelland gibt es einen Fischer, der Brassen sogar filetiert anbietet.
Gräten, die aus dem Fleisch ragen oder erst im Mundraum spürbar werden, können den Appetit auf Fisch schnell verderben. Kein Wunder also, dass heimische Plötze, Güster & Co. als „Spuckfische“ verpönt werden. Indessen genießt der Blei bzw. die Brasse einen noch aus Zeiten eher mieser Wasserqualität herrührenden schlechten Ruf. Hier verdarb allein der Gedanke an Parasiten den Appetit auf diesen Fisch. Je sauberer heute das Fanggewässer, desto weniger Sorgen muss man sich machen. Sehr rein und ergiebig ist der Gülper See im Natur- und Sternenpark Westhavelland, den der Strodehner Wolfgang Schröder von Strodehne aus befischt.
Zu dem, was er aus dem See zieht, gehören offensichtlich reichlich Brassen. Auf Schröders nach oben hin steigender Preisliste sind lebende Brassen am günstigsten. Geräuchert sind sie am teuersten. Schröder verarbeitet den Fisch auch zu Brassenburger, Brassensülze, saurer Bratbrasse, Brassenmops und Brassenmatjes. In Osteuropa würde man ihm vielleicht diese Produkte förmlich aus den Händen reißen. Denn der Fisch ist dort sehr beliebt. Beispielsweise auf der polnischen Internetseite edukacja.naturalniebaltyckie.pl ist zu erfahren, dass Brassen sehr schmackhaft seien, „sie können gebraten, mariniert, geräuchert oder zu Koteletts verarbeitet werden.“ Klar, dass auch hier der Genuss mit jeder Gräte weniger wächst, die man aus dem Mund ziehen muss. Deshalb sind in Strodehne auch Brassenfilets verfügbar.





