Berlin – Rathenow – Stendal – Magdeburg: Hatte die 3. Stoßarmee die sterblichen Überreste des Führers im Gepäck?
In Südamerika oder in der Antarktis? Ebenso gut könnten Verschwörungstheoretiker meinen, Adolf Hitler wäre in Rathenow unter die Erde gekommen. Sonderbarerweise ist hierbei sogar etwas dran.
Weil die Sowjets die sterblichen Überreste Hitlers nicht sogleich eingeäschert hatten, sondern sie mehrfach unter die Erde brachten und wieder exhumierten, hat die Nachwelt eine Führergeschichte mehr, in der sogar Rathenow eine Rolle spielt. 2009 hatte Autor Günter Müller sein Buch „Letzte Kriegstage in Rathenow“ herausgebracht, 2012 ergänzte er es unter anderem durch Angaben zu einem Wald am Rande der Stadt, in dem Hitlers Leichnam verscharrt wurde.
Ein Geheimnis war es längst nicht mehr, dass Rathenow zur Zwischenstation der sterblichen Überreste geworden war. Eine Zusammenfassung der Ereignisse lieferte schon 2005 der Beitrag „Die acht Bestattungen Hitlers“ auf www.zukunft-braucht-erinnerung.de.
Der Leichnam und der seiner Ehefrau war von deutschen Erfüllungsgehilfen mit Benzin übergossen, in Brand gesteckt und nahe der Reichskanzlei in Berlin bestattet bzw. verscharrt worden. Das war am 30. April 1945. Laut dem weiter verfügbaren Beitrag über die acht Bestattungen wurden die Überreste zum vierten Mal in Finow bestattet. Hauptrolle hierbei soll die im Ort vorübergehend stationierte 3. Stoßarmee der sowjetischen Streitkräfte gespielt haben.
Demnach war diese nach Ende der Kampfhandlungen in Berlin an der eher hektischen Suche nach Hitler beteiligt. Geheimdienstangehörige der 3. Stoßarmee sollen die Überreste gefunden haben, wobei der Fund bei ihnen verblieben sein soll. So auch nach Verlegung der Einheit nach Rathenow, wohl im Juni 1945. Am 10. Tag des Monats hat laut dem Beitrag über die Bestattungen ein ranghoher Sowjetoffizier vor Pressevertretern mit der Aussage überrascht: „Einen zweifelsfreien Leichnam Hitlers haben wir nicht gefunden. Ich kann nichts Exaktes über das Schicksal Hitlers sagen“.
Die US-Behörden nahmen Ermittlungen auf. Wohl schon im Juli 1945 wurde die 3. Stoßarmee von Rathenow nach Stendal verlegt, das ging mit erneuter Exhumierung einher. Die letzte Bestattung erfolgte bei Verlegung nach Magdeburg. Die letzte Exhumierung war 1970. Die sterblichen Überreste wurden nun eingeäschert, sofern sowjetische Angaben dazu zutreffend waren.





