Bahn: Berlin – Rathenow – Stendal – Hannover und der Deutsche Krieg
Vielleicht ist es die 1989/1990 überwundene deutsch-deutsche Teilung, an die man gern denkt, wenn man per Bahn von Berlin über Rathenow und Stendal nach Hannover fährt. Der Deutsche Krieg vor 160 Jahren, der in der Folge die Verbindung erst ermöglichte, bleibt bei Bahnkunden wohl eine große Unbekannte.
Noch gab es kein Kaiserreich, noch bestand Vielstaaterei. Ab 1865 hatte sich die Lage in deutschen Landen erheblich zugespitzt. Im Juni 1866 kam es zur offenen Konfrontation zweier Bündnisse. Das eine wurde von Österreich dominiert, das andere von Preußen. Auch das Königreich Hannover hatte auf die österreichische Karte gesetzt. Zur entscheidenden Schlacht im Deutschen Krieg kam es am 3. Juli 1866. Preußen und seine Verbündeten siegten. Hannover wurde annektiert und preußisch.
Auf infrastruktureller Ebene startete schon 1867 ein privatwirtschaftliches Mammutprojekt. Die Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn erhielt die Konzession zum Bau einer Bahnlinie zwischen Lehrte (Hannover) und Berlin. Das Projekt wurde ab 1868 umgesetzt. Etwa der Bahnhof Rathenow wurde 1870 eröffnet. Ab 1871 rollte die Bahn über 239 Kilometer zwischen Lehrte und dem eigens errichteten Lehrter Bahnhof in Berlin, daher auch die Bezeichnung Lehrter Stammbahn. Schon 1879 wurde das Betreiberunternehmen vom preußischen Staat gekauft.





