Zwischen Falkensee und Milower Land – auch Kommunen im Landkreis Havelland finanziell am Limit
Zu Wochenbeginn, 22. Juni 2026, findet der bundesweite Aktionstag „Kommunen am Limit“ statt. Auch die fünf amtsfreien Städte und Gemeinden sowie die drei Ämter im Landkreis Havelland sagen, wo der Schuh drückt.
Der Aktionstag stellt eine gemeinsame Initiative des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, des Deutschen Städtetags und des Deutschen Landkreistags dar. Grund sei, dass sich die Kommunen bundesweit in einer historisch außergewöhnlich schwierigen Finanzlage befänden, wie es seitens der Initiatoren heißt. So würden viele Kommunen mittlerweile an der Grenze ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit sein, müssten zunehmend Kassenkredite in Anspruch nehmen und würden daher nur noch über eingeschränkte eigene Gestaltungsspielräume verfügen.
Felix Menzel, Bürgermeister der Gemeinde Milower Land (SPD) und Sprecher der Kreisarbeitsgemeinschaft (KAG) Havelland: „Dieser Aktionstag ist kein theoretischer Hilferuf, er spiegelt die Realität vor Ort wider. Bund und Länder wälzen immer mehr Aufgaben auf die kommunale Ebene ab, ohne die Finanzierung zu sichern. Unsere Kassen sind leer und der Gestaltungsspielraum für unsere Orte schwindet täglich. In dieser ohnehin dramatischen Lage darf der Druck nicht weiter steigen: Es kann und darf nicht die Lösung sein, dass der Landkreis die Kreisumlage erhöht und wir als Kommunen so gezwungen werden, die Gebühren oder Steuern anzuheben. Wir wollen und können unsere Bürgerinnen und Bürger in diesen herausfordernden Zeiten nicht noch mehr belasten.“
Seinerseits lässt Landrat Roger Lewandowski (CDU) wissen: „Was wir dringend brauchen, sind strukturelle Reformen, die uns unsere Handlungsfähigkeit zurückgeben bzw. uns helfen, weiter handlungsfähig zu bleiben. Ohne vollständige Gegenfinanzierung rutscht die kommunale Ebene nur weiter ins Defizit.“ Laut der Ersten Beigeordneten in der havelländischen Kreisverwaltung, Elke Nermerich, würden die Kommunen in Deutschland mehr als ein Viertel der staatlichen Aufgaben leisten, aber nur ein Siebtel der staatlichen Einnahmen erhalten. „Deshalb muss die Gegenfinanzierung der ständig steigenden Sozialausgaben für Kommunen sichergestellt werden!“, so Nermerich weiter.





