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Donnerstag, 16. April 2026

Zum 100. Todestag von Hermann Schnee: ein Kunstmaler aus Treuenbrietzen

Ein Werk von Hermann Schnee

Es war ein freudiges Ereignis, als am 5. September 1840 in der Breiten Strasse 2, ein neues Leben das Licht der Welt erblickte. Die Eltern, der Kreisgerichtsrat Rudolph Hermann Schnee und seine Frau Luise, geborene Sello, hatten schon früh den Weg für den kleinen Hermann im Kopf. Er sollte eine gute Schulbildung erhalten und in die Fußstapfen seiner Verwandten treten. Das waren die Gärtner- und Architektenfamilien Sello und Persius, die unter Leitung von Peter Joseph Lenne, die Parkanlagen rund um Potsdam und insbesondere Sanssoucis, im Auftrag von Friederich Wilhelm IV. neugestalteten und pflegten.
So zog die Familie Schnee nach Potsdam und wohnte nun nahe am Park Sanssouci. Hermann und seine vier Jahre ältere Schwester Louise spielten wohl ständig im Park und sahen die Umgestaltung der Anlage wachsen. Die neuen Bäume, Wege und Sichtachsen, inspirierten Hermann zum Malen und Zeichnen. Eine glückliche Fügung brachte den Dichter Theodor Storm, der bei seinem Vater im Gericht als Advokat arbeitete, und Hermann zusammen. Es entstand eine innige Freundschaft.
Hermann wuchs behütet auf, doch immer mehr verlor er das Interesse an der Schule. Seine Leidenschaft, das Malen, füllte ihn völlig aus. Der junge Hermann verließ, gegen den Willen seines Vaters, vorzeitig das Gymnasium, um Maler zu werden. Der Besuch, im Sommer 1858 bei Theodor Storm, der inzwischen Kreisrichter in Heiligenstadt war, war ausschlaggebend für seinen nun beginnenden Weg als Maler.

Lehrjahre bei den Achenbachs

Hermann Schnee ging nach Düsseldorf und begann seine Ausbildung bei dem großen Landschaftsmaler Wilhelm Oswald Gustav Achenbach. Auch der Bruder Andreas Achenbach, ebenfalls großer Maler und Lehrer, nahm Hermann Schnee, der Talent zeigte, gern auf.
Hermann konnte sich mit der rauen See und der von Andreas Achenbach bevorzugt dargestellten Schiffswelt nicht anfreunden. Er, der naturverbundene, der aus dem Park stammte. Bäume, Blumen und Wiesen, das waren seine Welt, und so studierte er bei Oswald Achenbach und Hans Fredrik Gude. Bei Studienreisen in die Schweiz und Italien sammelte er Eindrücke und bannte diese auf Leinwand und Papier. Mit seinem Lehrer Gude wechselte Hermann 1863 nach Karlsruhe.
1864 verstarb sein Vater, die Mutter war schon 1845 beigesetzt worden. Von nun an kümmerte, unterstützte und finanzierte seine Ausbildung die Familie Sello. Mit 26 Jahren kehrte er zurück nach Potsdam, zog 68 mit seiner Schwester nach Berlin, eröffnete dort ein „Damenatelier“ und gab sein Wissen als Lehrer weiter.
Im Jahre 1869 heiratete Herman Paula Maillard, die Tochter eines Königlichen Kellermeisters. 1871wurde ihnen ein Sohn, Gotthilf, der später auch malte, auch zeitweise in Lüdendorf bei Treuenbrietzen wohnte, aber nicht so bekannt wie sein Vater wurde, geboren. Hermann Schnee zog es mit und ohne seine Studenten immer wieder in die Natur, um Inspirationen und Stimmungen zu sammeln.

Königlicher Professor und bleibendes Erbe

Er wird heute gern zurecht als Harzmaler bezeichnet und seine Werke sagen das auch aus. Dargestellte Szenen aus Wald und Flur, dem Brocken, Wernigerode, Goslar oder der Wartburg zeigen sein Schaffen. Einige seiner Werke wurden in der Großen Berliner Kunstausstellung gezeigt. Von Kaiser Wilhelm II. wurde Hermann 1893 zum Königlichen Professor ernannt.
Hermann Schnee mit den Wurzeln zu Treuenbrietzen starb am 24. Februar 1926 und wurde auf dem Bornstedter Friedhof beigesetzt. Bis heute kümmert sich die Familienstiftung „Hofgärtner Hermann Sello“ in Potsdam um sein Gedenken. Seine Gemälde sind in der ganzen Welt verstreut und man geht von zirka 300 Bildern aus. Heute hängen seine Arbeiten in Museen oder sind in Privatbesitz. Genaue Zahlen über sein Schaffen gibt es nicht, da er kein Werksverzeichnis hinterlassen hat. Immer wieder taucht mal eins auf und man zieht wieder den Hut.
Leider gibt es bis heute keine Ansicht, die Hermann Schnee von Treuenbrietzen gemalt hat. Die große imposante Stadtansicht, die einst im Rathaus und nun im Heimatmuseum hängt, ist von seinem Vater. Eine kleinere Kopie, die es gibt, ist von Gotthilf und eine noch kleinere – Fragezeichen.

Sonderausstellung würdigt das Lebenswerk

Zum 100. Todestag des Malers Hermann Schnee lädt der Heimatverein Treuenbrietzen e.V. zu einer besonderen Ausstellung ein. Gezeigt werden ausgewählte Werke des Künstlers, die sonst in Privatsammlungen verborgen sind. Interessierte können die Ausstellung am Samstag, 28. Februar, und am Sonntag, 1. März, jeweils von 14 bis 18 Uhr im Heimatmuseum Treuenbrietzen, Großstraße 1a, in der zweiten Etage besuchen.

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