Wo sind die Andenken an frühere Optik-Zeiten? – Museum in Rathenow sammelt Objekte und Geschichten für Ausstellung
Stadt der Optik: In Rathenow geht die Zahl derer, die seit 1801 in der hiesigen Optik-Branche tätig wurden, in die Hunderttausende.
Sicher gibt es noch einige, die aus DDR-Zeiten ein paar Andenken an ihre Tätigkeit besitzen oder von Altvorderen aus noch früherer Zeit geerbt haben. Diese Leute dürfen sich jetzt vom Optik-Industrie-Museum Rathenow (OIMR) gern angesprochen fühlen. Es plant die Sommerausstellung „Nahansichten“, die am 5. Juni 2026 starten, allerdings im Erdgeschoss des Kulturzentrums gezeigt werden soll.
„Vielleicht hängt sie noch irgendwo im Schrank oder liegt in einer staubigen Kiste auf dem hintersten Kellerregal: die alte Arbeitsjacke, ein Mikroskop, ein Werbeartikel aus vergangenen Tagen oder die erste Brille, die man selbst gefertigt hat. Vielleicht sind es aber auch die bloßen Erinnerungen, die geblieben sind – an die erste Schicht, an Gespräche in der Kantine oder an Kolleginnen und Kollegen, mit denen man viele Jahre verbracht hat“, so Britta Mau, Geschäftsführerin der Kulturzentrum Rathenow GmbH und daher gleichsam Museumschefin. Das OIMR wolle Objekte und Geschichten aus dem Arbeitsalltag, kleine Anekdoten, besondere Erlebnisse und Erinnerungen ehren, die bis heute geblieben sind. Die Ausstellung solle sich anfühlen „wie ein Kaffeeklatsch mit Freunden – voller Erinnerungen, vertrauter Geschichten und Begegnungen, die wärmen wie eine gute Tasse Tee“, so Mau weiter.

Anlass der Ausstellung ist das Jubiläum, das die Stadt der Optik 2026 bewegt: Vor 225 Jahren (1801) erhielt Johann Heinrich August Duncker das Patent für die Vielschleifmaschine sowie die Konzession zur Betreibung der „Königlich privilegierten optischen Industrie-Anstalt“. Damit begann die Geschichte einer Branche, die Rathenow bis heute prägt. Es entstanden Großbetriebe – einst mit mehreren tausend Angestellten. Zu DDR-Zeiten bestanden die ROW (Rathenower Optische Werke).
Wer etwas beitragen möchte, kann dem OIMR sein Objekt als Leihgabe zur Verfügung stellen und die eigene Geschichte dazu erzählen. Bis zum 8. Mai 2026 können Interessierte über einen Fragebogen, der auf der Internetseite des Kulturzentrums zu finden ist und in gedruckter Form im Foyer des Hauses ausliegt, Angaben zu Exponaten machen. Britta Mau geht davon aus, dass etliche historische Stücke vorhanden sind. Zu denen könnten freilich auch Kollektivfahnen und -wimpel sowie Transparente und Banner aus der planwirtschaftlichen bzw. sozialistischen Produktionsphase gehören.





