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Donnerstag, 16. April 2026

Wie sich Tollwut-Impfung bei Füchsen auf Kiebitze und andere Wiesenbrüter ausgewirkt hat

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Kiebitze sind zurück aus ihren Winterquartieren und suchen sich aktuell einen günstigen Platz für die Wiesenbrut. Foto: Agnieszka Florczyk

Im Naturpark Westhavelland ist nicht der Mensch das größte natürliche Problem von Wiesenbrütern wie dem Kiebitz. In der Großen Grabenniederung kommen erstmals Schutzzäune gegen Fuchs, Waschbär und Marderhund zum Einsatz.

​Laut Naturwacht im Park sind die Kiebitze zurück aus dem Winterquartier und halten bereits Ausschau nach den besten Brutgebieten. Bis Ende März starten diese Wiesenbrüter in die neue Brutsaison. Damit Füchse, Waschbären und Marderhunde nicht die Gelege in der Großen Grabenniederung plündern können, setzen die Parkwächter erstmals auf einen festen Zaun. Davon profitieren weitere stark gefährdete Wiesenbrüter wie Rotschenkel und Bekassine.

Wiesenbrüter würden zu den am stärksten gefährdeten Vogelarten Brandenburgs gehören, wie die Naturwacht weiter wissen lässt: „Sie legen ihre Nester auf offenen Wiesen an. Werden ihre Eier und Küken von Fressfeinden wie Fuchs oder Waschbär entdeckt, sind sie leichte Beute. Auswertungen von Nestkameras bestätigen, dass diese beiden Arten die meisten Verluste verursachen. Besonders problematisch für die Wiesenbrüter ist, dass diese Raubsäuger in den vergangenen Jahrzehnten enorm zugenommen haben. Die Fuchspopulation ist seit der Tollwut-Immunisierung in den 1990er Jahren bei guter Gesundheit und damit dauerhaft auf einem hohen Niveau.“

Vor der Impfung sollen tollwutbedingte Einbrüche bei der Fuchspopulation für mehr Bruterfolg bei den Wiesenbrütern und damit für Bestandserholung geführt haben. Diese Wechselwirkung gebe es nun nicht mehr. Die ursprünglich aus Pelzfarmen entlaufenen Waschbären würden zudem als invasive nordamerikanische Räuber für zusätzlichen Fraßdruck bei den Wiesenbrütern sorgen.

Damit die Vögel bessere Chancen für die Aufzucht ihrer Jungen haben, setzen die Naturparkwächter (engl. Ranger) in diesem Jahr erstmals einen großflächigen Schutzzaun gegen die Raubsäuger ein. Er umschließe rund 36 Hektar extensiv genutztes Grünland in der Großen Grabenniederung, einem zentralen Bereich des Naturschutzgebiets Untere Havel Nord im Naturpark Westhavelland. Die Maßnahme finde in enger Abstimmung mit einem örtlichen Landwirt und der Jägerschaft statt, wie es heißt.

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