Wie die Schlacht von Waterloo – Befreiung Rathenows fiel im Juni 2026 aus – Aber in der havelländischen Stadt gibt es jetzt einen September-Termin
Wieso wurde dem Großen Kurfürsten ausgerechnet in Rathenow ein riesiges Denkmal gesetzt? Was verbindet Friedrich Wilhelm (1620-1688) mit der Stadt an der Unteren Havel?
Ein kurzes, aber bedeutendes heimatgeschichtliches Kapitel wurde vor 351 Jahren in Rathenow geschrieben. Im Frühling 1675 besetzten schwedische Truppen für mehrere Tage die Havelstadt, die sich damals noch auf die Altstadt-Insel beschränkte. Der historische Kontext und wie es im Juni 1675 zur Befreiung durch den Kurfürsten und seine Truppen kam, sollte ursprünglich am letzten Juni-Wochenende 2026 vermittelt werden.
Das Vorhaben fiel sommerlicher Gluthitze und Trockenheit zum Opfer. Die jährlichen Rathenower Schwedentage – ein Live-Erlebnis für die ganze Familie – wurden daher verschoben und finden nun am 26./27. September 2026 auf dem Weinberg statt. Ursprünglich vorgesehene Programmabläufe bleiben bestehen.
Ähnlich wie den Schwedentagen erging es der „Schlacht von Waterloo“ in Belgien. Zum jährlich nachgestellten Kriegsereignis sollte es auch am letzten Juni-Wochenende kommen. Es wurde ebenso wegen Hitze und Trockenheit abgesagt. Rund 5.000 Darsteller kamen nicht zum Einsatz. In der Realität hatten sich am 18. Juni 1815 bei Waterloo wohl um die 300.000 Mann gegenübergestanden. Dort wie bei den Schwedentagen kann Geschichte nur umrissen werden. Für realitätsnahe Darstellung auf dem Rathenower Weinberg würden auch die Leute fehlen – rund 700 Mann auf schwedischer und etwa 1.000 Mann auf brandenburgisch-preußischer Seite.
„Die Schweden kommen! Rette sich, wer kann!“ – So heißt es am 26. September um 15.00 Uhr sowie am 27. Juni bereits um 13.30 Uhr. „Vivat! Befreiung der Stadt durch kurfürstliche Truppen“ – Das wird an jenem Samstag ab 16.00 Uhr und am Folgetag ab 14.00 Uhr gezeigt. Die beiden Schwedentage beginnen jeweils um 11.00 Uhr. Neben Geschichte und Geschichten gibt es Show und Live-Musik, Märchenstunden und Spiele, Handwerkliches, Marktstände, Speis und Trank.
Laut dem heute geltenden Gregorianischen Kalender ging Kurfürst Friedrich Wilhelm am 25. Juni 1675 in Rathenow als Sieger hervor. Laut damals geltenden Julianischen Kalender war das am 15. Juni. Seine Truppen siegten drei Tage später in weit größerer Schlacht bei Fehrbellin.
Der schwedisch-brandenburgische Krieg weitete sich bereits zwei Wochen später zum Reichskrieg gegen Schweden aus. Kurz darauf trat Dänemark der deutschen Allianz bei. Der Krieg endete erst 1679. Im Jahr 1701 ging aus dem Kurfürstentum das Königreich Preußen hervor.

64 Jahre nach den Ereignissen in Rathenow ging der königlich-preußische Hofbildhauer Johann Georg Glume daran, den großen Kurfürsten in etwa dreijähriger Arbeit in Sandstein zu meißeln. Der für das riesige barocke Denkmal gewählte Standort am Schleusenplatz ist Beleg für eine neue Stadtgeschichte.
Hier nahm der Bau der Neustadt ab Mitte der 1730er Jahren ihren Ausgang. Die wachsende Zahl von Militärangehörigen hatte das vom Enkel des Kurfürsten angeordnete Bauprojekt notwendig gemacht. Rathenow blieb eine Garnisonsstadt bis 1994.





