Was heißt deutsche Einheit heute?
Am 3. Oktober wird zum 36. Mal der Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Wie wirkt dieses Ereignis nach und welchen Einfluss hat es auf die persönliche Geschichte gehabt? Wie hat sich Deutschland seitdem verändert? Bei der Kreisvolkshochschule Potsdam-Mittelmark (kvhs) nähert man sich diesen Fragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln an: durch Lebensgeschichten, auf künstlerische Art und mit Gesprächen zur Erinnerungskultur.
Ökofilmgespräch am 2. Oktober
Zum Beispiel durch die Biografie von Professor Dr. Michael Succow, die auch eine Geschichte des Umweltschutzes in der DDR und später im wiedervereinigten Deutschland ist. Beim Ökofilmgespräch am 2. Oktober in Werder im Uferhaus, Luisenstraße 19e, zeigt die Kreisvolkshochschule in Kooperation mit dem NABU Werder und der Ökofilmtour Brandenburg den Dokumentarfilm „Wie geht Natur?!“ von Jakob Friedrich (2025, 60 Minuten).
Er erzählt die Lebensgeschichte des Brandenburger Biologen. Der Moor-Experte entwickelte das größte Naturschutzprogramm Deutschlands auf 4,5 Prozent der Landesfläche der DDR. Der Film zeigt, wie er unzählige Menschen inspiriert und Visionäre begleitet, die sich für Moore, Urwälder und gesunde Böden einsetzen. „Wie geht Natur?!“ macht Mut, sich für Ideale und den Schutz der Natur einzusetzen.
Auf den Film folgt ein Gespräch mit dem Filmemacher Jakob Friedrich, Svane Bender, die den Bereich Naturschutz und Biologische Vielfalt bei der Deutschen Umwelthilfe leitet und bei Michael Succow lernte sowie dem Werderaner Manfred Lütkepohl, der seit Jahrzehnten in haupt- und ehrenamtlichen Funktionen im Naturschutz aktiv ist und Michael Succow immer wieder begegnet ist. Beginn ist 18.30 Uhr.
Fotografie am 3. Oktober
Fotografie als Brücke ist der Titel eines Workshops, der am 3. Oktober in der kvhs in Bad Belzig, Puschkinstraße 13, von 11 bis 14 Uhr angeboten wird. Er wird angeleitet von der iranischen Fotografin und Filmemacherin Sareh Oveysi. Im Mittelpunkt steht die der Frage, wie Verbindung und Vertrauen zwischen fremden Menschen entstehen können. Fotografie wird als Mittel genutzt, um Geschichten, persönliche Erfahrungen und Sichtweisen auszudrücken und miteinander zu teilen.
Bei dem Workshop „Fotografie als Brücke“ schlüpfen die Teilnehmenden sowohl in die Rolle der Fotografierenden als auch der Fotografierten. Der Kurs fördert den Austausch zwischen den Teilnehmenden und ermutigt dazu, die eigene Umgebung sowie andere Menschen mit Offenheit und Aufmerksamkeit zu betrachten. Sareh Oveysi ist bekannt in der Region für die Ausstellungen „Nachbarinnen“ und „Freunde“, die mit Frauen aus Schmerwitz und mit Menschen verschiedener Generationen und ethnischer Hintergründe in Görzke entstanden und zuletzt in Räumen des Landtags Brandenburg zu sehen waren.
Erinnerungen am 8. Oktober
Wenn wir über die Einheit Deutschlands sprechen, meinen wir oft die Erfahrungen der „Mehrheitsgesellschaft“. Doch wie erlebten Menschen mit Migrationsgeschichte die Umbrüche seit 1989/90? In der Online-Veranstaltung „Eure Einheit, unsere Einheit – An wen erinnern wir?“ am 8. Oktober um 18 Uhr kommen ihre Geschichten zu Gehör. Sie erzählen nicht nur von Freude und Erleichterung, sondern auch von Unsicherheit, Ausgrenzung und Rassismus. Mit Paulino José Miguel, der 1982 mit 11 Jahren allein aus Mosambik in die DDR kam, um dort seine schulische und später auch berufliche Ausbildung fortzusetzen. Zweiter Gesprächsgast ist Cahit Basar. Er wurde 1966 in Duisburg geboren und gehörte zu den ersten Kindern mit kurdischem Migrationshintergrund, die in Deutschland geboren wurden. Moderiert wird die Veranstaltung von Nhi Le, Journalistin, Moderatorin und Autorin. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur statt.
Alle drei Veranstaltungen sind kostenfrei anlässlich des Tags der Deutschen Einheit und ein Beitrag zur Begegnung von Menschen – durch lebenslanges, gemeinsames Lernen. Eine Anmeldung im Internet auf www.kvhs-pm.de, per E-Mail an info@kvhs-pm.de oder per Tel. unter 033841 45430 ist erwünscht.





