Volkssport ganz familiär – Semlin begeistert und lockte zuletzt über 1.000 Leute zum 3-Seen-Lauf 2026
Vor dem Sommerfest 2026 in Semlin (bei Rathenow) wurde es volkssportlich. Rund 1.050 Läufer, Walker und Radler folgten dem Ruf zum 3-Seen-Lauf an den Hohennauener-Ferchesarer sowie den Witzker See. Sogar ein Pferd ging mit an den Start.
Die Strecken ab Semlin – am Wasser entlang – führten über 8, 21 und 25,6 Kilometer sowie 700 Meter für Kinder. Läufer und Radler kamen wieder aus der Region, dem weiteren Brandenburg, aus Sachsen-Anhalt und vereinzelt aus anderen Bundesländern wie Berlin, Sachsen, Thüringen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarbrücken, Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Hamburg sowie aus dem europäischen Ausland.
Eine Rathenowerin lief 21 Kilometer mit ihrem Pony „Hotte“. Bei den Radlern wurde derweil wieder darum gebeten, auf E-Bikes zu verzichten. Dieses Privileg steht nur älteren Radlern zu. Unter allen Teilnehmern waren rund zehn über 80-Jährige dabei. Der älteste war der 91-jährige Rathenower Werner Zuther, der auf klassischem Fahrrad 21 Kilometer bewältigte.


Der 3-Seen-Lauf ist ein recht familiäres Volkssportereignis ohne Zeitmessung. Neuer Teilnehmer war Jens Heinze vom Tangermünder Elbdeichmarathon e.V.: „Ich selbst laufe erstmals hier. Werde aber nächstes Jahr wiederkommen. So ein Lauf muss Spaß machen. Und da hat der Semliner Lauf Einiges zu bieten.“
Es gibt auch recht ehrgeizige Teilnehmer – so wie Rocco Lenz. Er ist Mitglied der Laufgruppe Wassersuppe und läuft regelmäßig die 25 Kilometer um alle drei Seen. „Ich habe früher aktiv Radsport und Fußball betrieben. Nachdem dies gesundheitlich nicht mehr so gut ging, bin ich 2006 zum Laufen gewechselt. Beim Laufen kann ich gut abschalten und laufe auch gern Langstrecken und Marathons“, erzählte der 62-jährige gebürtige Suhler, der 1986 nach Rathenow zog.

„So auch dieses Jahr im Mai zum 20. Mal den Rennsteiglauf, der zum 53. Mal ausgetragen wurde. Seit 2006 gibt es die Abbott World Marathon-Serie. Sie umfasst die Marathons Berlin, London, Boston, Chicago, New York, Tokio (seit 2012), Sydney (seit 2024) und jetzt auch Kapstadt. Berlin bin ich schon öfter gelaufen, auch bereits Boston, New York und 2024 Chicago. Die anderen stehen noch auf meiner Liste. Oft steht man, wie in Tokio, auf einer langen Warteliste. In New York ist der Lauf durch die unterschiedlichen Countys das Beste. In Chicago sind wir früh bei Null Grad gestartet und bei 26 Grad angekommen. Aber die Stimmung am Straßenrand ist toll! Für einen Marathon laufe ich 700 bis 800 Kilometer zur Vorbereitung“, so Lenz weiter.
Bei einigen Läufern handelte es sich um frühere Semliner oder Westhavelländer, die irgendwann in andere Bundesländer oder ins europäische Ausland gingen und ihre Besuche in der alten Heimat mit dem 3-Seen-Lauf verbinden. So wie Thomas Fritze. Der Rathenower lernte beruflich seine erste Frau, eine Schwedin, in Deutschland kennen.
Erst zog sie zu ihm nach Deutschland und 2013 wanderten beide nach Schweden aus. Dort lernte Thomas Fritze nach der Trennung seine heutige Frau Jenny, online, kennen. „Mein Onkel Horst Fritze lebt noch in Semlin. Wir legen unsere Besuche so, dass wir auch zum 3-Seen-Lauf da sind“, so Thomas Fritze, der heute im südschwedischen Örebro lebt. Er lief den Halbmarathon über 21 Kilometer. Sein Sohn Milo (5 Jahre) absolvierte den Kinderlauf und Sohn Noam die 8-Kilometer-Strecke. „Seit ich denken kann, laufe ich jedes Jahr hier mit“, so der 16-Jährige. Die Schwester ist noch zu klein zur Teilnahme. Thomas‘ zweiter Onkel lief auch den Halbmarathon. „Den Berlin-Marathon bin ich noch nie gelaufen. Aber hier in Semlin laufe ich gern. Hier ist es so schön familiär“, so der Berliner Florian Fritze. Weitere Läufer kamen aus Schottland, der Schweiz und Frankreich.
Ab Nachmittag des 25. Juli 2026 wurde wieder das Semliner Sommerfest gefeiert. Am Samstag, 1. August 2026, lädt Ferchesar, die frühere „Perle des Havellands“, zum dortigen Fest ans Seeufer ein. Beim 3-Seen-Lauf war es durch das Dorf gegangen.





