Verkehrsachse Rhinow – Rathenow – Brandenburg/Havel: Vollsperrungen bis 2030 angekündigt
Infrastrukturellen Qualitätsschub wünscht sich wohl jeder Verkehrsteilnehmer, Sperrungen wie die der Bundesstraße B 102 ab Sommer 2026 in Rathenow sind ein notwendiges Übel.
Der zuständige Landesbetrieb Straßenwesen kündigt ein neues Großprojekt in der havelländischen Kreisstadt Rathenow an, das in neun Bauabschnitten bis Ende Oktober 2030 fertiggestellt werden soll. Der Landesbetrieb will (voraussichtlich) im dritten Quartal 2026 gemeinsam mit weiteren Beteiligten mit dem grundhaften Ausbau der nördlichen B102-Ortsdurchfahrt starten.
Der Projektbereich erstreckt sich vom Anschluss an den bereits fertiggestellten ersten Bauabschnitt hinter dem Kreuzungsbereich Ruppiner Straße/Waldemarstraße bis zur Curlandstraße hinter der Einmündung der Großen Hagenstraße in Richtung Rhinow. Geplant ist der grundhafte Ausbau der Fahrbahnen in der Fehrbelliner Straße, der Ruppiner Straße und der Curlandstraße auf einer Länge von insgesamt rund 920 Metern. Die Stadt Rathenow erneuert als kommunaler Baulastträger zusätzlich die Hagenstraße auf etwa 400 Metern.
Teil der Maßnahme sind die Erneuerung angrenzender Nebenstraßen, der Umbau des als unfallauffällig geltenden Kreisverkehrs Berliner Straße/Brandenburger Straße sowie der Umbau des Knotenpunkts Ruppiner Straße/Curlandstraße zu einem neuen Kreisverkehr. Darüber hinaus werden Gehwege neu gebaut und Fahrbahnen mit integrierten Schutzstreifen für den Radverkehr hergestellt. Außerdem entstehen neue Parkflächen und Zufahrten im Bereich Große Hagenstraße/Gewerbegebiet. Ergänzend werden unter anderem die Markierungen, Beschilderungen und Beleuchtung erneuert sowie umfangreiche Arbeiten an Ver- und Entsorgungsleitungen durchgeführt.
Die Bauausführung erfolgt in insgesamt neun Bauabschnitten jeweils unter Vollsperrung. Begonnen wird wohl im Juli 2026 mit dem ersten Bauabschnitt. Dieser umfasst die Sanierung der Großen Hagenstraße sowie den gleichzeitigen Umbau des Kreisverkehrs Berliner Straße/Brandenburger Straße. Für die Arbeiten in der Großen Hagenstraße wird der Verkehr innerörtlich umgeleitet. Während des Umbaus des Kreisverkehrs Berliner Straße/Brandenburger Straße erfolgt die Umfahrung über die Schleusenstraße und die Bergstraße. Zur Sicherung des Fußgängerverkehrs wird am Schulplatz eine mobile Ampelanlage eingerichtet. Über die Verkehrsführungen und Einschränkungen in den weiteren Bauphasen informiert der Landesbetrieb Straßenwesen jeweils gesondert.
An der Gemeinschaftsmaßnahme sind das Land Brandenburg im Auftrag des Bundes, die Stadt Rathenow sowie der Wasser- und Abwasserverband (WAV) beteiligt. Bund und Land verantworten den grundhaften Ausbau der Ortsdurchfahrt. Die Stadt ist für die Arbeiten in den Seitenbereichen, darunter Gehwege, Zufahrten, Fahrgastwarteflächen und die kommunale Entwässerung zuständig und wirkt zudem am Neubau des Kreisverkehrs in der Curland- und Berliner Straße mit. Der WAV erneuert die Schmutz- und Trinkwasserleitungen sowie die Regenwassergrundstücksanschlüsse. Parallel dazu führen weitere Versorgungsunternehmen Arbeiten an ihren Leitungen durch.
Mike Koehler, Vorsitzender des Vorstands des Landesbetriebs Straßenwesen: „Die B 102 ist eine zentrale Verkehrsachse im westlichen Havelland. Sie verbindet Rathenow mit dem regionalen und überregionalen Straßennetz in Richtung Brandenburg an der Havel und Rhinow und übernimmt zugleich wichtige innerstädtische Erschließungsfunktionen. Die bestehende Ortsdurchfahrt weist in mehreren Bereichen bauliche und verkehrliche Defizite auf. Mit dem grundhaften Ausbau erneuern wir nicht nur die Fahrbahn, sondern ordnen auch Knotenpunkte, Gehwege, Radverkehrsanlagen sowie die technische Infrastruktur umfassend neu.“





