Übung am See: Falkenseer Feuerwehr probt für den Ernstfall
Die Falkenseer Feuerwehr übt Wasserrettung und überprüft damit ihr eigenes Rettungskonzept. Das Großaufgebot der Feuerwehr am Dienstagabend am Neuen See in Falkensee zog einige Blicke interessierter Passanten auf sich. Doch Entwarnung konnte schnell gegeben werden. Es handelte sich bei dem Einsatz am 18. August 2026 lediglich um eine Übung. Freiwillige und Berufsfeuerwehr probten den Ernstfall, um auf zukünftige Wasserrettungen optimal vorbereitet zu sein.
Ein Wasserrettungskonzept hat die Falkenseer Feuerwehr schon länger, die Umsetzung von Theorie in die Praxis wurde am Dienstag unter realitätsnahen Bedingungen geprobt. Das Szenario: Spaziergänger sehen eine Person untergehen und eine Frau springt ins Wasser, um diese Person zu retten, erleidet aber selbst einen Krampf. Der Ehemann ruft den Notdienst.
Die an der Übungsvorbereitung beteiligten Kameraden standen bereits an der inoffiziellen Badestelle am Neuen See bereit, als die Notrufpieper losgingen und den Beginn der Übung anzeigten. Eine Person im Neoprenanzug befand sich im Wasser, ein Dummy war vorher im See versenkt worden, um den untergegangenen Spaziergänger zu simulieren.
Das Rettungskonzept der Feuerwehr sieht die Annäherung von zwei Seiten vor. Das motorisierte Schlauchboot und der Seabob werden von Seiten der Kantstraße aus ins Wasser gelassen. Von hier startet auch eine mit Wärmebildkamera ausgestattete Drohne. Gleichzeitig steuern weitere Kameraden den See über die Humboldtallee und Schopenhauerstraße aus an.
Getestet wurden die Zeiten, die die Rettungskräfte für die verschiedenen Schritte brauchen und die Abläufe durchgespielt. Die „krampfende“ Dame wurde mit Hilfe des Motorschlauchboots von dessen Besatzung aus dem Wasser gezogen und an Land gebracht, wo sich weitere Kameradinnen und Kameraden dann um die Versorgung kümmerten. Die Drohne und die Person, die mit einem sogenannten Seabob, einem motorisierten Wasserjet, an dem sich der Retter mit den Händen festhält, unterwegs war, lokalisierten die untergangene Person (ein Holzdummy), der anschließend wieder mit Hilfe der Schlauchbootbesatzung ebenfalls an Land gebracht wurde. Hier wurde dann auch die Wiederbelebung ausgiebig geübt.
Benjamin Christ, stellvertretender Stadtwehrführer, erzählte, dass tatsächlich im Ernstfall rund 40 Kameradinnen und Kameraden an den See ausrücken würden. Die Menge an Feuerwehrleuten am See war also nicht nur der Übung geschuldet. Unter reellen Bedingungen zu trainieren, hieß auch, zu lernen, dass Defibrillatoren nicht auf nasser Haut angewendet werden können und die geretteten Personen immer erst abgetrocknet werden müssen. Hier war es natürlich nur eine Erste-Hilfe-Puppe, die diese Behandlung erfuhr.
In diesem Jahr habe es zum Glück noch keinen Wassernotfall in Falkensee gegeben, so Christ weiter. Im vergangenen Jahr sind leider zwei Personen ertrunken – ein Jugendlicher im Neuen See und ein alkoholisierter Erwachsener im Falkenhagener See.











