Stromausfall wie in Berlin – Wie ist Rathenow auf einen Blackout vorbereitet?
„Ein Stromausfall ist möglich, weil es keine 100-prozentige Sicherheit gibt. Einen Blackout in der gesamten Stadt halte ich aber für unwahrscheinlich“, so Bürgermeister Jörg Zietemann im März 2026 in der Stadtverordnetenversammlung: „Wir sind darauf aber vorbereitet.“
Für so ein Szenario gibt es einen Notfallplan, der klar alle einzuleitenden Schritte regelt und regelmäßig überarbeitet wird. Zunächst findet sich ein Führungsstab zusammen und meldet das Geschehen an den Landkreis Havelland. Der dortige Katastrophenstab wägt ab, ob er die Führung übernimmt. In der Kreisstadt würden im Katastrophenfall zentrale Anlaufstellen – sogenannte Katastrophenschutzleuchttürme (KatS-Lt) – bestehen. Als solche würden die Havellandhalle und das Jahn-Gymnasium dienen.
Lautsprecherwagen würden derweil durch die Stadt fahren und die Bürger informieren. Kritische städtische Einrichtungen, wie Wasserverband, Klinik, Feuerwehr und auch Netzbetreiber e.dis haben eigene Notstromversorgung und wenn nötig Wiederaufbaupläne für Infrastruktur. Etwa die Stromversorgung des Wasserverbands zur Ver-/Entsorgung wäre für mindestens 72 Stunden gesichert.
„Im Katastrophenfall wird die Stadt gezwungen sein, Ressourcen so einzusetzen, dass große Teile der Bevölkerung davon profitieren. In Katastrophenfällen allgemein ist nachbarschaftliche Hilfe wichtig“, so Zietemann weiter in seiner Antwort auf eine Anfrage der AfD-Fraktion und ließ wissen. „Zudem empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eigene Vorsorge zu treffen, wie Trinkwasser- und Essensvorräte, Taschenlampe und Batterien, Kommunikationsmittel oder Geld in kleiner Stückelung.“
Über Rathenow hinaus hat der Landkreis 16 weitere Standorte für Katastrophenschutzleuchttürme benannt. Bürger würden hier vor allem Informationen zur Schadenslage erhalten. Des Weiteren gebe es Erste Hilfe, Trinkwassernotversorgung und die Möglichkeit, Notrufe abzusetzen. Auch Hilfsmaßnahmen für Leute, die auf Unterstützung angewiesen sind (beispielsweise Menschen mit Behinderung) können dort organisiert werden. In kälteren Monaten wären die KatS-Lt beheizt, zudem kann Nahrung – insbesondere zur Versorgung von Säuglingen, Kleinkindern und pflegebedürftiger Menschen – erwärmt werden.
Anfang Januar 2026 war es in Berlin zu einem bis zu fünftägigen Blackout mit Heizungs-, Wasser-, Mobilfunkausfällen und Störungen im S-Bahn-Verkehr gekommen. Es war der längste dortige Stromausfall seit 1945. Grund war ein Brandanschlag. Mehr als 45.000 Haushalte (rund 100.000 Menschen) und mehr als 2.000 Gewerbebetriebe waren betroffen. Bei einem rund anderthalbstündigen Stromausfall am Abend des 18. April 2026 – wegen eines technischen Defekts – gingen in Berlin-Nikolassee in 1.314 Haushalten die Lichter aus.





