Strom tanken an nur wenigen Stellen – Elektro-Ladeinfrastruktur soll jetzt in Rathenow mitgedacht werden
Neulich an der Schwimmhalle in der Kreisstadt Rathenow: Der Landkreis Havelland nahm eine E-Ladesäule in Betrieb. Auch Leute aus dem dortigen Wohngebiet und Personal der Gesamtschule könnten dort nun Strom tanken. Wie ist es insgesamt um die öffentliche Ladeinfrastruktur in der Kreisstadt bestellt? Das war zuletzt Thema in der Stadtverordnetenversammlung.
Im Straßenverkehr sollen Kraftfahrzeuge immer mehr elektrisch unterwegs sein. Das ist politischer Wille in Deutschland. Doch wüsste so manch potenziell an E-Motorisierung interessierter Rathenower noch nicht mal, wo sich in der Nähe Strom tanken ließe. Das ist beispielsweise am Haveltorkino möglich.
Ende November 2019 wurde dort die erste öffentliche E-Ladesäule in Betrieb genommen. 2020 folgten je eine am Dorfplatz in Semlin und in der Goethestraße (am Kulturzentrum). Eine weitere kam später in Steckelsdorf dazu, eine andere am Philosophenweg/ Ecke Bruno-Baum-Ring. Am Rewe-Markt (Fehrbelliner Straße) gibt es zwei öffentliche Ladesäulen. Am Netto-Markt (Bammer Landstraße) gibt es das auch. Kürzlich wurde an der Schwimmhalle eine Ladesäule des Landkreises übergeben. Alle Säulen verfügen über je zwei Ladeanschlüsse.
Die Verwaltung der Kommunalen Wohnungsgesellschaft Rathenow (KWR) kann ihre drei E-Autos bei sich laden. Die Kreisverwaltung verfügt über Möglichkeiten auf dem Hof, auch die Optikpark-Verwaltung. Doch würde wohl niemand zum Stromtanken zu Netto oder Rewe oder einer der öffentlichen Säulen fahren.
„In Rathenow entsteht demnächst eine weitere Ladesäule am Schleusenplatz. Mehr Ladesäulen sind geplant. Ebenso wird in Wohngebieten darauf geachtet, dass Ladeinfrastruktur, wie für Wallboxen oder Ladesäulen, vorliegt. Für neue Planungen, wie auch bei Parkplätzen, wird E-Lade-Infrastruktur mitgedacht“, so Bürgermeister Jörg Zietemann in der Stadtverordnetenversammlung.
Allerdings gibt es bei den verschiedenen Anbietern von E-Ladesäulen noch unterschiedliche verschiedene Technik-Systeme. So bemerkte ein SVV-Zuschauer, dass sein Nachbar beispielsweise nicht bei „Netto“ tanken könne, weil die Stromstärke für sein Auto wohl zu hoch wäre.
Auch Wohnungsgesellschaften denken bei E-Ladeinfrastruktur mit. „Bei Neubauten, auch bei Parkplätzen, planen wir E-Ladeinfrastruktur, wie leistungsstärkere Stromkabel, mit. Aktuell ist die Nachfrage durch Mieter für Ladeinfrastruktur in den Wohngebieten noch gering. Aber in einem Innenstadt-Wohngebiet gibt es bereits eine Wallbox. Eine weitere nutzen unsere Hausmeister für ihre zwei E-Autos“, so Jens Hubald Vorstandsvorsitzender der Rathenower Wohnungsbaugenossenschaft, der selbst oft mit Rad oder seinem privaten E-Auto in der Stadt unterwegs ist. „Jeder Mieter kann auf Anfrage eine Berechtigungs-Karte erhalten, um diese zwei E-Lademöglichkeiten zu nutzen.“
Übrigens: Im Zusammenhang mit Inbetriebnahme einer Ladesäule am Gollenberg in Stölln hatte der Landkreis Havelland im Mai 2026 ein paar Zahlen veröffentlicht. Zu dem Zeitpunkt waren mehr als 4.000 E-Fahrzeuge im Landkreis zugelassen, was einer Steigerung von mehr als 1.500 Prozent binnen sechs Jahren entsprechen soll. Gemessen an der Gesamtzahl von gegenwärtig rund 180.000 hier zugelassenen Kfz bilden E-Fahrzeuge aber weiter eher noch eine Randerscheinung.





