Sternenpark beginnt gleich hinter Brandenburg an der Havel
Die Brielower Landstraße führt im Norden der Stadt Brandenburg an der Havel am Beetzsee-Center vorbei an die nahe Grenze zum Landkreis Potsdam-Mittelmark und darüber hinaus hinein in die Gemeinde Beetzsee mit Brielow und Radewege. Was den meisten völlig unbewusst sein dürfte: Hier beginnt auch der Natur- und Sternenpark Westhavelland.
Eine interaktive Landkarte auf www.westhavelland-naturpark.de belegt, dass alle Dörfer im Beetzsee-Bereich – also auch Butzow, Ketzür, Gortz, Bagow, Päwesin, Lünow, Grabow und Mötzow – zum Park gehören. Weiter westlich liegt der gesamte Pritzerber See mit Hohenferchesar und Pritzerbe (Stadt Havelsee) mit drin. Jenseits der Unteren Havel erstreckt er sich in südliche Richtung bis hinter Nitzahn im Landkreis Havelland. Das mittelmärkische Altbensdorf gehört nicht mehr dazu.
Lediglich an der Autobahn A2 weisen braune Infoschilder auf den 1998 ausgerufenen Naturpark Westhavelland hin. Sie sind in die Jahre gekommen, müssten ausgetauscht werden. Denn seit 2014 besteht parallel der Sternenpark. Beide sind schon seit einiger Zeit in einem Namen vereint. Der Natur- und Sternenpark Westhavelland ist 1.315 Quadratkilometer groß, zieht sich im Norden bis nach Neustadt/Dosse (Landkreis Ostprignitz-Ruppin).
Das Besucherzentrum des Parks als Eingangstor in die Region befindet sich auf Höhe Premnitz im westhavelländischen Milow. Zum deutschlandweit bekanntesten Parkdorf wurde das winzige Gülpe (bei Rhinow) in der Gemeinde Havelaue. Zu Ruhm kam es nicht etwa, weil dort viel los wäre. Ganz im Gegenteil! Dort ist es nachts so finster, dass Gülpe als der dunkelste Ort Deutschlands gilt.
Nächtliche Finsternis ist gut für nachtaktive Tiere und gesunden menschlichen Schlaf. Die Besonderheit in Gülpe – und auch in anderen Orten eines langen Landstrichs – besteht insbesondere darin, dass hier die Sterne und Planeten weit besser zu sehen sind.
Wer in Brandenburg an der Havel meint, über sich bereits alles gesehen zu haben, sollte unbedingt mal zu nächtlicher Stunde den Sternenpark ansteuern. Der Blick zur Milchstraße bleibt garantiert im Gedächtnis! Zuletzt wurden die Sommernächte natürlicherweise auch hier nicht vollständig dunkel. Das ändert sich nun wieder. Und im Spätsommer wird der Sportplatz in Gülpe wieder zum Zielort für Hobbyastronomen aus ganz Deutschland.
Vom 11. bis 13. September 2026 ist dort Westhavelländer Astrotreff (WHAT). Das jährliche Ereignis findet zum 15. Mal statt. Der Treff ist ausgebucht. Jedoch sind neugierige Besucher, die durch aufgestellte Teleskope blicken wollen, am 12. September, ein Samstag, herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.
Der Landstrich ab Gülpe, ein breiter Streifen extrem dünn besiedelten westlichen Havellands, zieht sich bis in den Raum Nennhausen. Ganz offiziell ist von der Sternenpark-Kernzone die Rede. In Nuancen verringern sich allmählich die Intensität und Vielzahl der nächtlichen Himmelskörper, je näher man dichter besiedelten Lebensräumen kommt. Allerdings sind noch am Pritzerber und am Beetzsee die Impressionen ganz andere als in der Mitte von Brandenburg an der Havel.





