Spatenstich für Umspannwerk – Rechenzentrum bei Nauen geplant
An der Abfahrt der Bundesstraße 5 zur Berliner Straße in Nauen wird derzeit ordentlich gebaggert. Auf dem ehemaligen Acker baut das Unternehmen maincubes, mit Sitz in Frankfurt am Main, einen Rechenzentrumscampus. Und weil ein Rechenzentrum viel Energie genötigt, galt der symbolische erste Spatenstich einem Umspannwerk, dass hier entstehen soll.
Mehrere Milliarden Euro will Firmengründer und CEO von maincubes, Oliver Menzel, in den Rechenzentrumscampus investieren, sagt er bei diesem Anlass. Allein in das Umspannwerk investiert das Unternehmen 80 Millionen Euro. Der Standort, rund 30 Kilometer von der Bundeshauptstadt entfernt, sei optimal. Auch wegen der vielen Windräder, Biogas- und Photovoltaikanlagen rund um Nauen. Über eine rund sechs Kilometer lange Kabeltrasse wird der regional erzeugte Strom in das Umspannwerk geleitet. Die Netzanbindung von 200 Megawatt, ist darauf ausgelegt, den Rechenlasten von KI-Anwendungen und komplexer Datenanalysen gerecht zu werden, so maincubes. „Für uns ist dies das mit Abstand größte Projekt“, erklärt Menzel weiter.
Mit einer Fertigstellung des Umspannwerkes rechnet Thomas Wacker, CDO bei maincubes, für Juni 2027. Er erklärt, dass das Unternehmen den Campus baue, dann aber das Rechenzentrum vermiete. „Ähnlich wie beim Wohnungsbau. Wir bauen und vermieten“, erklärt er. 2028 soll das Rechenzentrum an den Start gehen und viele neue Arbeitsplätze in der Region schaffen.
Der Bürgermeister der 20.000 Einwohnerstadt Nauen, Michael Wiebersinsky (Wir für Nauen), sieht im Rechenzentrum einen Gewinn. „Mit dem neuen Rechenzentrumscampus entwickelt sich unsere Region zu einem hochmodernen Standort, an dem künftige Innovationen entstehen können. Durch erneuerbare Energien wie Windräder, Solarfelder und Biogasanlagen, die auf Nauener Gebiet stehen, wird weitaus mehr Energie erzeugt, als Nauen an Strom verbraucht. Unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit ist es für mich ein gutes Gefühl, dass Nauen ein zuverlässiger Partner für die Betreiberfirma „maincubes“ wird“, sagt er. Ihm sei klar, sagt er auf Nachfrage, dass mit neuen Arbeitsplätzen auch die Infrastruktur der Stadt wachsen müsse. Aber alles moderat und nicht im Eilverfahren.
Abwärme soll genutzt werden
Damit der Strom zukünftig fließt, ist das öffentliche Versorgungsunternehmen e.dis, mit Sitz im brandenburgischen Fürstenwalde/Spree, an Bord. Edistherm wird mit der Nutzung der Abwärme betraut. Die Abwärme soll für die „Stadt Nauen einen Mehrwert schaffen“, so ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage. Zu den Kosten will sich der Unternehmenssprecher noch nicht äußern.
Im benachbarten Wustermark soll ebenfalls ein Rechenzentrum gebaut werden. Wustermark wird auch die Abwärme nutzen. Dazu haben Wustermarks Bürgermeister Holger Schreiber und Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (beide parteilos) kürzlich eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet.
Das Unternehmen maincubes mit Sitz in Frankfurt am Main wurde 2012 gegründet und hat Rechenzentren in Berlin, Frankfurt/Main und Amsterdam gebaut. Zu den Kunden zählen öffentliche Einrichtungen, nationale und internationale mittelständische Unternehmen.





