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Samstag, 10. Oktober 2026

Sorge um die Arbeit des Wiesenburger Familienzentrums

Wiesenburg
Franziska Kottwitz
Franziska Kottwitz und Tina Wawrzyniak (v. l.) vor der geöffneten Tür des Familienzen- trums. Foto: Eva Loth

Tina Wawrzyniak und ihre Mitarbeiterinnen machen sich große Sorgen um das Wiesenburger Familienzentrum. Der Landkreis will die Mittel für alle Zentren um 500.000 Euro kürzen, wie inzwischen durchgesickert ist. Auf der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses in Wiesenburg/Mark machte Tina Wawrzyniak, Leiterin des Wiesenburger Familienzentrums, ihrem Ärger Luft.

„Der Landkreis kürzt sich damit sein eigenes Erfolgsmodell weg“, sagte sie. Denn als solches muss man die Familienzentren sehen. Die Kürzung würde bedeuten, dass die Arbeit nicht mehr in dem Umfang wie bisher geleistet werden könne. Für einige Zentren würde es sogar das Aus bedeuten. Neben der Kürzung der finanziellen Mittel soll auch die Stundenzahl der Mitarbeiter auf 25 Wochenstunden reduziert werden und dafür zusätzlich ein Minijobber eingestellt werden. „Damit ist die Arbeit nicht zu schaffen, das geht in der Praxis gar nicht“, so Tina Wawrzyniak. Man könne Beratungsangebote nicht mehr in dem Umfang wie bisher anbieten und auch die Netzwerkarbeit würde größtenteils auf der Strecke bleiben.

Die Familienzentren arbeiten viel präventiv. Es gibt also nicht nur die Veranstaltungen wie Kinderfeste, Seniorenkaffee oder Babyturnen. Viele Arbeiten sind in der Öffentlichkeit gar nicht sichtbar. Und die Erfolge geben der Arbeit recht, der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat im Bereich Hilfen zur Erziehung die geringsten Fallzahlen. „Wenn jetzt gestrichen wird, kommt ein Bumerang zurück“, mutmaßt Tina Wawrzyniak. Die regulären Verträge zwischen Trägern und Kommunen sind landkreisseitig bereits aufgekündigt. Kommt es zu den Kürzungen, werden sie angepasst.
Die Wichtigkeit der Familienzentren sei schwer sichtbar für die Kreistagsabgeordneten, die über die Kürzungen entscheiden müssen. Hinter der Arbeit stecke eine hohe Fachlichkeit. Die Zentren sind gut vernetzt, zum Beispiel mit Kitas und Schulen bis hin zu Kinderärzten, Hebammen und Frühförderstellen. So kann ganz gezielt Hilfe angeboten werden. „Wir sind Krisenbegleiter, beraten direkt niederschwellig, haben Lotsenfunktion und sind eine wichtige Anlaufstelle im Sozialraum“, so Tina Wawrzyniak.

Leider, so die Leiterin weiter, muss das Kind immer erst in den Brunnen gefallen sein, ehe Hilfe von übergeordneten Stellen kommt. Gerade auch deshalb wollen sich die Familienzentren nicht so einfach abfertigen lassen. Eltern aus Werder haben eine Petition gestartet, die von Familienzentren unterstützt wird. Auch zur Kreistagssitzung wird es eine Aktion geben. Alle haben die Hoffnung, dass die Kürzung abgewendet wird – man habe nicht umsonst über 20 Jahre lang diese Familienzentren aufgebaut und zu dem gemacht, was sie sind. Die Petition gibt es im Internet auf www.change.org/p/familienzentren-in-werder-und-potsdam-mittelmark-erhalten-stoppt-die-kürzungen.

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