Sehr seltene Gelegenheit für Freunde von Astronomie und Optik – Sternenabend am Brachymedial-Fernrohr in Rathenow
Es hat einen eher sperrigen Namen, der sich aus Aufbau und Funktionsweise des riesigen optischen Rathenower Geräts erschließt. Am 3. September 2026 wird das Brachymedial-Fernrohr von Edwin Rolf zum Treff- und Programmpunkt.
Das technische Denkmal befindet nicht an jener Stelle im öffentlichen Raum, die nach dem Konstrukteur, Ingenieur und Hobbyastronomen benannt ist. Der Edwin-Rolf-Platz besteht seit 2014. Das Brachymedial-Fernrohr ist schon länger ein Hingucker im Optikpark und wird am 3. September 2026 zum Mittelpunkt eines Sternenabends.
Der 1899 im heutigen Tschechien geborene Edwin Rolf hatte sich in der Heimatregion zum Maschinenschlosser und Elektriker ausbilden lassen. Später qualifizierte er sich per Fernstudium zum Maschinenbau- und Elektroingenieur, betrieb sodann eine Maschinenbaufirma und sogar eine eigene Sternwarte. Astronomie war seine Leidenschaft in der Freizeit, wofür Rolf in der Fabrik sein erstes großes optisches Gerät baute – ein Medial-Fernrohr. Der weitere Lebensweg führte 1940 zur Emil Busch AG in Rathenow, wo Edwin Rolf als Feinmechaniker angestellt wurde.
Nach Kriegsende wurde er in eigener Werkstatt tätig. Hier verwirklichte er seinen großen Traum, schuf von 1949 bis 1953 ein Brachymedial-Fernrohr und stellte es in seinem Garten in der Wilhelm-von-Leibniz-Straße auf. Die Gesamtkonstruktion von etwa 11,5 Meter Höhe überragte Hecken und Obstbäume.
Was es mit Medialen und Brachymedialen auf sich hat, kann am 3. September 2026 sicher erfragt werden. Ebenso interessant ist die weitere Geschichte zwischen 1991 – Rolfs Todesjahr – und 2008, als das Brachymedial-Fernrohr vom Hof der Bürgel-Gesamtschule in den Optikpark umgezogen ist.
Hobbyastronom Thomas Becker vom Sternenpark Westhavelland und Prof. Dr. Justus Eichstädt vom Verein zur Förderung, Pflege und Erhaltung der optischen Traditionen in Rathenow erwarten um 20.00 Uhr ihre Gäste am funktionstüchtigen Brachymedial-Fernrohr. Es wird Blicke zu leuchtenden Objekten am Abendhimmel bieten. Eine überaus seltene Gelegenheit! Anmeldungen erfolgen per E-Mail an justus.eichstaedt@th-brandenburg.de. Wer keinen Zugang zum Internet hat, um E-Mails zu versenden, kann sich alternativ über Anne Kießling im Rathenower Rathaus unter 03385/596392 anmelden.
Der Sternenabend ist Teil der Aktionstage aus Anlass des Jubiläums „225 Jahre optische Industrie in Rathenow“. Was hier noch geboten wird, ist hier zu erfahren.





