Schwer arbeitendes Kind ist ein Zielort bei Stadtrallye in Rathenow
Wer Interesse an Heimatkunde und -geschichte hat oder entwickelt, stärkt seine regionale Identität. Einen Beitrag leistet der Tourismusverein Westhavelland. Man muss kein Tourist sein, um bei ihm Stadtführungen in Rathenow zu buchen.
Seit Mitte 2025 bietet der Verein, der am Kirchberg die Touristinfo (TI) betreibt, auch „Stadtrallyes“. Das klingt weit rasanter, als es tatsächlich ist. Wer mag, gelangt an 20 Stationen. Anderswo setzen Anbieter auf digitalen Service per App. Der Tourismusverein bietet ein komplett analoges Erlebnis. Teilnehmer erhalten eine abzulaufende Liste mit 20 interessanten Stellen im Stadtgebiet. Zu jeder muss man eine Frage beantworten. Die Antworten verschaffen Buchstaben, die ein Lösungswort ergeben. Das Konzept war vom Vereinsvorstand vor Projektstart getestet worden. Bei Bedarf kann auch eine kürzere Liste an die Hand gegeben werden.
Laut TI-Mitarbeiterin Heike Mempel ist die längere Stadtrallye eindeutig beliebter. Sogar Schulklassen haben sich schon auf den Weg in die Stadtgeschichte begeben. Sie lernten auf diese Weise auch den Ziegel- bzw. Abtragejungen kennen. Das ist die 1984 von Karl Mertens (1903-1988) geschaffene Skulptur eines schwer schuftenden Jugendlichen bzw. Kindes, die seit 2012 auf einem Verkehrskreisel in der Berliner Straße steht. Junge Leute mussten einst in der hiesigen Ziegelindustrie zum Broterwerb der Familien erheblich beitragen.





