Schulcampus Lehnin: Zwei Wege zum Abitur
Der Schulcampus Lehnin soll sein Bildungsangebot erweitern. Die Gemeindevertretung hat sich in ihrer Sitzung am 28. Juli einstimmig dafür ausgesprochen, an der Grund- und Gesamtschule „Heinrich Julius Bruns“ einen gymnasialen Bildungsgang einzurichten. Nun soll die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit den zuständigen Genehmigungsbehörden die Voraussetzungen für eine Umsetzung schaffen. Geplant ist ein Start zum Schuljahr 2027/2028.
Mit dem Vorhaben möchte die Gemeinde den Schulstandort langfristig stärken und Familien in der Region zusätzliche Wahlmöglichkeiten bieten. Bereits heute können Schüler in Lehnin das Abitur erwerben. Nach dem Besuch der Gesamtschule wechseln sie bei entsprechender Qualifikation in die gymnasiale Oberstufe und legen nach insgesamt 13 Schuljahren die allgemeine Hochschulreife ab.
Der geplante gymnasiale Bildungsgang würde dieses Angebot ergänzen. Künftig könnten leistungsstarke Schüler bereits ab der 7. Klasse nach gymnasialen Anforderungen unterrichtet werden und das Abitur nach zwölf Schuljahren ablegen. Beide Bildungswege führen zur gleichen Hochschulreife und eröffnen identische Studien- und Berufsmöglichkeiten.
Nach Auffassung der Gemeinde trägt das Vorhaben den unterschiedlichen Bildungsbiografien junger Menschen Rechnung. Während sich manche Kinder bereits nach der Grundschule für einen gymnasialen Bildungsweg entscheiden, profitieren andere von der Durchlässigkeit der Gesamtschule und entwickeln sich erst im Laufe der Sekundarstufe für den Weg in die Oberstufe. Beide Modelle sollen künftig gleichberechtigt am Schulcampus Lehnin bestehen.
Mit der Erweiterung könnten Schüler aus der Gemeinde und dem Umland ihren gesamten Bildungsweg bis zum Abitur wohnortnah absolvieren. Das würde nicht nur längere Schulwege vermeiden, sondern den Schulstandort auch im Wettbewerb um Schülerinnen und Schüler insgesamt deutlich attraktiver machen.
Auch aus regionaler Sicht kommt dem Vorhaben Bedeutung zu. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark rechnet in den kommenden Jahren mit einem steigenden Bedarf an Schulplätzen in der Sekundarstufe I und II. Ein zusätzlicher gymnasialer Bildungsgang in Lehnin könnte dazu beitragen, diesen Bedarf aufzufangen. Nach Angaben der Gemeinde hat auch die Stadt Brandenburg an der Havel die Planungen in ihrer Schulentwicklungsplanung berücksichtigt.
Bis zum möglichen Start sind jedoch noch mehrere Schritte erforderlich. Zunächst müssen die schulrechtlichen Voraussetzungen geschaffen und die Genehmigungen des Landes eingeholt werden. Verläuft das Verfahren planmäßig, könnte der erste Jahrgang im Schuljahr 2027/2028 in der 7. Klasse beginnen. Mit ihrem einstimmigen Beschluss hat die Gemeindevertretung nun den politischen Grundstein für die Weiterentwicklung des Schulcampus gelegt. Ziel ist es, den Bildungsstandort Lehnin langfristig zu stärken und jungen Menschen in der Region künftig zwei gleichwertige Wege zum Abitur anzubieten.





