Schüler in Rathenow erlebten Kontrollverlust
Drogenkonsum junger Leute ist in Rathenow ein wichtiges Thema. Zuletzt kam es zu einer besonderen Präventionsveranstaltung.
Am 21. Mai 2026 verwandelte sich der Rideplatz in Rathenow in einen interaktiven Lernort. Unter dem Motto „Dosierbar“ nahmen knapp 130 Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen der Gesamtschule „Bruno H. Bürgel“ an einem vielseitigen Präventionsprojekt teil. Organisiert wurde das Event vom Schülerrat, der Schulsozialarbeit, dem Facharbeitskreis Drogen („FAK Drogen“) und der Stadt Rathenow. Finanzielle Unterstützung kam vom Landkreis Havelland.
Statt trockener Vorträge mit erhobenem Zeigefinger stand das eigene Erleben im Vordergrund. Wie Melissa Kujath vom Schülerrat in ihrer Eröffnungsrede treffend betonte, ging es nicht um Belehrungen, sondern darum, aufzuklären, Alltagssituationen bewusst zu machen und den Jugendlichen praktische Handlungsmöglichkeiten an die Hand zu geben. Als zentraler Drehpunkt des gesamten Projekttags fungierte eine Mocktail-Bar. Nach dem Prinzip „von Schülerinnen für Schülerinnen“ wurden hier erfrischende, alkoholfreie Cocktails live gemixt und verkostet.
Insgesamt durchliefen die Schülerinnen und Schüler im Laufe des Tages sechs verschiedene Stationen, bei denen sie sich intensiv mit den unterschiedlichsten Facetten von Konsum und Verantwortung auseinandersetzten. Beim Einsatz von Rauschbrillen erlebten sie durch die optische Simulation von Promillewerten einen alkoholbedingten Kontrollverlust, bei dem selbst einfache Aufgaben wie das Laufen auf einer geraden Linie zur echten Herausforderung wurden. Das sensibilisierte eindringlich für Gefahren im Alltag.
Die Station zum Umgang mit Rausch vermittelte wichtige Erste-Hilfe-Kompetenzen wie unter anderem das richtige Absetzen eines Notrufs (112), was im Ernstfall Panik reduziert und die Zivilcourage innerhalb der Gruppe stärkt. Auch eine digitale Welt stand im Fokus: Im Bereich Social Media und Sucht reflektierten die Jugendlichen ihre eigene Bildschirmzeit. Sie sprachen über die cleveren Suchtmechanismen von Apps, das Endlos-Scrollen und den ständigen Erreichbarkeitsdruck und die Angst, etwas zu verpassen.
Einen kreativen Zugang bot eine Kunststation: Unter dem Slogan „Stark sein ohne Drogen“ brachten die Teilnehmenden ihre Emotionen und persönlichen Stärken auf Papier, was die behandelten Themen nachhaltig festigte und das gesamte Gruppengefühl stärkte. Abgerundet wurden die Workshops mit einer Theaterstation, bei der die Schülerinnen und Schüler sich in mehreren kurzen Szenen ausprobieren konnten. Sie sollten unter anderem erleben, wie sich möglicher Gruppendruck auf einer Party anfühlen kann.





