Schloss, Park und ein altes Gärtnerhaus, das der Kulturverein Nennhausen retten will
Stark sanierungsbedürftig ist das Alte Gärtnerhaus in Nennhausen (Havelland). Das Fachwerkobjekt hat derweil den nächsten Winter überstanden. Am Sonntag, 12. April 2026, wurde es für Besucher wieder geöffnet.
Im Ort geht man davon aus, dass das Haus 1719 errichtet wurde. Dem Namen entsprechend dürften hier die Schlosspark-Gärtner gewohnt haben. Es ist Zeitzeuge der weltberühmten „Undine“, die Dichter Friedrich de la Motte Fouqué (1777-1843) wohl im Park unter einer Eiche geschrieben und 1811 veröffentlicht hat. Die Eiche brach 2006 in sich zusammen. Dafür, dass dieses Schicksal dem Alten Gärtnerhaus erspart bleiben möge, engagiert sich der Kulturverein Nennhausen.
Das in Gemeindebesitz befindliche Haus ist in einem sehr schlechten Zustand. Feuchtigkeit steigt im Keller auf. Ein Giebel, der sich neigte, wurde vor Jahren provisorisch stabilisiert. Laut Schätzungen werden rund 100.000 Euro für eine Sanierung benötigt, die weder Gemeinde noch Vereinsmitglieder aufbringen können. Daher werden Spenden gesammelt. Jedes sonntags vor dem Alten Gärtnerhaus gekaufte Stück Kuchen hilft!
Im denkmalgeschützten Objekt, an dem der Zahn der Zeit weiter nagt, zeigt der Verein eine Ausstellung rund um Fouqué, der zu Lebzeiten ein deutscher Dichterstar war – allerdings nur in den wärmeren Monaten und nur sonntags (14.30 bis 17.00 Uhr). Saisonstart 2026 war am Sonntag, 12. April. „Trotz der kühlen Temperaturen ließen es sich viele Gäste nicht nehmen, heute bei unserem Saisonstart dabei zu sein. Darüber haben wir uns sehr gefreut! Unser Kuchen und die frischen Waffeln waren schnell vergriffen, der Fouqué-Platz war gut besucht und auch unsere kleine Fouqué-Ausstellung wurde mit großem Interesse bestaunt“, so Vereinsmitglied Iyonne Schiller.
Kinder wurden mit historischen Spielen unterhalten. Auch eine Malstation mit Staffelei, an der das Alte Gärtnerhaus gezeichnet werden konnte, sei sehr gut angenommen worden, so Schiller weiter. Ferner machte eine Nennhausener Mopedgruppe im Rahmen ihrer Tour Halt am Alten Gärtnerhaus. „Nach einer kleinen mündlichen Prüfung und einem Geschicklichkeitsparcours ließen sie den Tag bei uns ausklingen – auch das war eine schöne Bereicherung für unseren Saisonstart. So herrschte überall ein buntes und lebendiges Treiben.“

Der Verein betreibt eine informative Internetseite, die anstehende Sonntagstermine anzeigt. Zur Öffnungszeit am 19. April ist Samen- und Pflanzentauschbörse. Der Verein sorgt für Kaffee und Kuchen. Das ist auch am 26. April ab 14.30 Uhr im Angebot, ehe Interessierte um 16.00 Uhr mit auf Wanderung zum Turnerdenkmal gehen können.
Am 3. Mai ist Trödel- und Flohmarkt vor dem Alten Gärtnerhaus (14.30 bis 18.00 Uhr). Der Kulturverein Nennhausen erhebt keine Standgebühren, rechtzeitiges Erscheinen sichert die attraktivsten Plätze. Am besten meldet man sich mit Namen, Standgröße und Rückfragen-Kontaktdaten bis zum 28. April an. Das ist bei Ivonne Schiller unter 0162/6481813 oder per E-Mail an kulturverein.nennhausen@gmail.com möglich. Fans von gemeinsamer Bewegung durch Natur und Kulturgeschichte sollten sich den 17. Mai vormerken. Nach Kaffee und Kuchen geht es um 16.00 Uhr in den Schlosspark, wo die Reste der Fouqué-Eiche anzeigen, wo die „Undine“ vor 215 Jahren entstanden sein soll. Der Dichter wird 2027 zum Jubilar. Friedrich de la Motte Fouqués Geburtstag jährt sich zum 250. Mal, was guter Grund sein könnte, eine neue Eiche zu pflanzen.





