Ronald Seeger (1956-2026) – 32 Jahre im Dienst der Stadt Rathenow
Am 27. Februar 2026 schloss sich der Lebenskreis des evangelischen Christen Ronald Seeger. Nach Vollendung ihres Wiederaufbaus fand die Trauerfeier am Montag in der Sankt-Marien-Andreas-Kirche statt.
Der am 23. Dezember 1956 in Göttlin geborene Ronald Seeger, der von 2002 bis 2022 als Bürgermeister der Stadt Rathenow tätig war, gehörte der CDU an, der Sankt-Marien-Andreas-Gemeinde, dem Gemeindekirchenrat sowie dem Kuratorium des Förderkreises zum Wiederaufbau der Kirche. Die Beziehung zu ihr war durchaus innig. Hier nahmen Hinterbliebene, viele Weggefährten, Freunde, in Sympathie verbundene Bürger sowie frühere Kollegen Abschied – insgesamt etwa 250 Gäste.
Auf der schlicht gehaltenen hellen Urne, die im Chorbereich aufgebahrt wurde, war eine Stadtansicht mit der Sankt-Marien-Andreas-Kirche zu sehen. Daneben lag ein Skatspiel, das Seeger liebte. Ein größeres Foto zeigte Ronald Seeger, wie ihn die Öffentlichkeit in Erinnerung behalten dürfte, ein weiteres als leidenschaftlichen Motorradfahrer.
„Lange Zeit hatte Ronald Seeger Verantwortung für die Stadt getragen. Deshalb sind so viele gekommen“, so Pfarrer Jens Greulich. Beim Abschied zitierte er Hebräer 13,14 aus der Bibel: „Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“. Er ließ wichtige berufliche Lebensstationen einfließen: „Maurer, Meister, 1990 die Qualifikation für Verwaltung und Wechsel in die Stadtverwaltung – 1. Beigeordneter, seit 2002 als Bürgermeister“, so der Pfarrer: „Er war ein lustiger, geselliger Mensch. Skat, Motorrad fahren – gern schnell, immer auf der Überholspur, angeln, Sport sehen, waren seine Leidenschaften. Als Bürgermeister hat er wichtige Entscheidungen getroffen, durch die die Stadt gewann: Laga 2006, BUGA 2015. Er blieb den Menschen zugewandt, hatte sein Herz an der richtigen Stelle, hat mehr gemacht, als seine Verantwortung als Bürgermeister wahrzunehmen. Er war das Beste, das der Stadt Rathenow passieren konnte.“
Ende 2021 war Ronald Seeger auf die Bremse getreten, hatte aus gesundheitlichen Gründen seinen Ruhestand zum 31. Mai 2022 bekanntgegeben. Die Erkrankung schritt fort. Zuletzt wohnte der frühere Bürgermeister in einer Pflegeeinrichtung. Ronald Seeger verstarb am 27. Februar 2026. Zur Trauerfeier wurde Lieblingsmusik gespielt: „Musik der Nacht“ aus „Phantom der Oper“ und „Mensch“ von Herbert Grönemeyer. „Er lässt uns in sein Herz schauen, wenn wir diese Musik hören“, so Pfarrer Greulich.
Es folgten sodann würdigende Worte des Förderkreisvorsitzenden, Heinz-Walter Knackmuß. Seegers Nachfolger im Amt, Bürgermeister Jörg Zietemann, sagte: „Er hat die Stadt geformt, Projekte angestoßen, die uns noch morgen prägen. Seine CDU war ihm wichtig, aber seine Rathenower wichtiger. Er begegnete ihnen mit offenem Herzen.“ Beruflich war der parteilose Zietemann 29 Jahre lang ein Weggefährte von Ronald Seeger, der bereits 1980 der CDU beigetreten war.
„Mit ihm fand man immer eine Lösung im Interesse der Stadt. Er stand für Offenheit und Integrität“, so Parteifreund und Landrat Roger Lewandowski. „Wenn ich an unsere Begegnungen denke, waren sie interessant und aufgeschlossen. Mit seinem Optimismus verwandelte er Träume für die Stadt. Er prägte die Partnerschaft maßgebend“, erinnerte sich Pierre Gilgenast, von 2012 bis 2020 Bürgermeister der Partnerstadt Rendsburg.

„Mein Schuldirektor sagte immer: ‚Egal welchen Beruf man ausübt, man muss immer Mensch bleiben‘. Das war Ronald Seeger“, so der stellvertretende Bürgermeister der polnischen Partnerstadt Zlotow, Stanislaw Welniak. „Er erkannte früh, dass die Zukunft einer Stadt, der Politik, in Mitbestimmung liegt“, erinnerte sich der Rathenower Stadtverordnetenvorsitzende an Seegers Idee zur Gründung eines Kinder- und Jugendparlaments (KiJuPa) als Wahlziel 2002. In diesem begann die politische Laufbahn des Christdemokraten Corrado Gursch (MdL).
Seegers Urne wurde anschließend aus der Kirche getragen, Feuerwehrleute standen Spalier und salutierten. Sie wurde im engsten Familienkreis auf dem Städtischen Friedhof beigesetzt. Die Familie wünschte – statt Blumen – Spenden für die Wiederherstellung einer neuen Schuke-Kirchenorgel. Auf diese Weise waren bis zur Trauerfeier 6.429 Euro zusammengekommen. Mehr Spendeninfos auf www.rathenow-kirchen.de.





