Rathenow und RN1801: „Wir können Brille!“ – seit 225 Jahren
Wo vor 225 Jahren alles begann: Auf dem Kirchberg setzten sich Bürgermeister und Vertreter der heimischen Optik-Branche das gemeinschaftlich hergestellte Produkt auf die Nasen.
„RN1801“, so lautet der Projektname. Die limitierte und durchnummerierte Sonnenbrille (225 Exemplare) soll auch 225 Jahre nach Start der optischen Industrie belegen: „Wir können Brille!“. 1801 war der Geistliche Johann Heinrich August Duncker (1767-1845) höchst offiziell zum Unternehmer geworden, der als Erster gläserne Linsen auf industrielle Weise schliff. Seither dürften Milliarden Menschen in aller Welt Brillen aus Rathenow erhalten haben. Die „RN1801“ zeigt, dass die „Stadt der Optik“ weiter über die gesamte Produktionskette verfügt.
Die städtische Idee, im Jubiläumsjahr etwas Besonderes in die Welt zu bringen, fand schnell Unterstützer. Die „RN1801“-Manufakturkette setzt bei der OPHTHALMICA Brillengläser GmbH & Co. KG an, wo die Gläser aufwendig gefärbt wurden, setzt sich fort über den Optik Service Rathenow, der die Gläser auf Maß brachte, die OPTOTEC Optotechnischer Gerätebau GmbH Rathenow und die plasotec GmbH (Premnitz) und mündet bei der MOM by Fabema GmbH, die aus gelieferten und eigenen Komponenten das fertige Produkt machte. Firmenvertreter und eine Vertreterin der in Rathenow ansässigen „optic alliance brandenburg berlin“ (OABB) sowie der Bürgermeister haben auf dem Kirchberg das Produkt vor BRAWO präsentiert, das (noch) nicht käuflich zu erwerben ist.
Für die optional in Rot und Dunkelbraun angefertigten Fassungen kam Azetat aus Italien zum Einsatz. Die Bügel, auf deren Innenseiten „RN1801“ und die Nummerierung eingraviert sind, bestehen aus Edelstahl. Das Design für die ebenso hochwertigen Etuis und die Putztücher hat die Stadt vorgegeben.

Exemplare der so modernen, wie qualitativ sehr hochwertigen und absolut alltagstauglichen „RN1801“ sind aktuell in einem Quiz zu gewinnen. Quizkarten und -boxen sind bei Augenoptik Fischer, Poldi electronic Fielmann, Haveltorkino sowie im Rathaus zu finden. BRAWO hatte das in der Vorwoche groß angekündigt. Laut Bürgermeister Jörg Zietemann würden die Boxen teils bereits überquellen.
Über den Sommer 2026 werden alle 225 Sonnenbrillen ihre Gewinner gefunden haben. Am 5. September, am diesjährigen Stadtfest-Samstag, ist ein „RN1801“-Flashmob auf dem Märkischen Platz geplant. Teilnehmen kann auch jeder andere Sonnenbrillenträger. Hier werden weitere attraktive Preise verlost.
Über die „RN1801“-Stückkosten wurde nichts verraten. Hier und in Handarbeit gefertigt: Man kann sich vorstellen, dass die Sonnenbrille durchaus preisintensiv und weit mehr als 100 Euro wert sein dürfte. Noch handelt es sich um ein exklusives Produkt, das sich auch als Sammelobjekt bestens eignet. Theoretisch besteht aber die Möglichkeit, dass weitere Exemplare auf Bestellung hergestellt werden könnten. Überdies ist es, wie die „RN1801“ belegt, weiter möglich, handfertigte Brillen (inklusive Gläser und Gestelle) zu ordern, die vollständig aus Rathenow stammen. Dafür müsste man allerdings bereit sein, mindestens um die 1.000 Euro auszugeben.





