Rathenow – Ferchesar: Fußmarsch statt im Bus zum Sommerfest?
Unter Denkmalschutz stehende Reste von Gleisen vor dem Hauptbahnhof Rathenow zeigen es an: Hier fuhr mal ein Zug in ganz andere Richtung – mitten hinein ins westliche Havelland.
Ab 1900 führte die Bahnfahrt über Ferchesar bis nach Paulinenaue, später mit Anschluss nach Nauen. Heute steigt man in den Bus, um mit Öffentlichem Personennahverkehr nach Ferchesar zu gelangen. An Wochenenden und Feiertagen ist die einstige „Perle des Havellands“ allerdings vom ÖPNV abgekoppelt. Daher ist auf private Verkehrsmittel angewiesen, wer am Samstag, 1. August 2026, das Sommerfest am Seeufer besuchen will.
Absolut herkömmlich wie vor 1900 wäre für Rathenower der rund 10 km weite und mehr als zweistündige Fußmarsch über den Ferchesarer Weg. Man müsste allerdings über diesen Weg auch zurückkehren. Gerade an Sommertagen wären um die 20 km zu Fuß wohl eine zu große Herausforderung.
Man könnte erheblich abkürzen, indem man in den Bus nach Semlin steigt, von wo aus es nur etwa sechs Kilometer zu Fuß nach Ferchesar wären. Der Bus (Stadtlinie 674-Nord) ab Bahnhof kommt an Wochenenden und Feiertagen siebenmal im Dorf an, in dem man sich nur darüber beklagt, dass die saisonale Havelbus-Tourismusverbindung nicht den regionalen Bade- und Übernachtungs-Hotspot des 21. Jahrhunderts ansteuert.





