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Mittwoch, 9. September 2026

Rathenow-Böhne: Zehn Jahre Kampf für einen Radweg – wie lange es mit dem Bau noch dauert

Böhne, Havelland, Rathenow
Böhne-12052026
Karl-Reinhold Granzow, Christian Stachowiak, Felix Doepner, Corrado Gursch, Katja Poschmann, Oliver Ast, Hans-Jürgen Wodtke und Jörg Zietemann. (v.l.) Foto: Dennis Dahm

Seit 2016 kämpft eine Interessengemeinschaft (IG) gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern für einen lückenlosen straßenbegleitenden Radweg von Böhne nach Rathenow-West.

Unterstützung erhalten die Radwegakteure seit Jahren auch von ehemaligen und amtierenden Landtagsabgeordneten, Mitgliedern des Stadtparlaments, des Kreistags sowie aus der Rathenower Stadtverwaltung. Zuletzt, am 12. Mai 2026, ließen die Protagonisten der IG Radweg Böhne–Rathenow-West bei einer öffentlichen Abendveranstaltung ihren zehnjährigen Kampf noch einmal Revue passieren.

Dazu hatten sie neben den Bürgern aus der Region auch zahlreiche langjährige Mitstreiter und Unterstützer in das Böhner Gemeindezentrum eingeladen. Unter ihnen befanden sich Karl-Reinhold Granzow (Die Linke) und Felix Doepner (Bündnis 90/Die Grünen). Darüber hinaus konnten neben den beiden Landtagsabgeordneten Katja Poschmann (SPD) und Corrado Gursch (CDU) auch Rathenows Bürgermeister Jörg Zietemann sowie Oliver Ast vom städtischen Bauamt (beide parteilos) begrüßt werden. Den weitesten Weg aus der Landeshauptstadt hatten Planer Martin Steinbrenner und Michael Muske vom Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg zurückzulegen.

Eröffnet wurde die Abendveranstaltung durch den Böhner Ortsvorsteher Christian Stachowiak (parteilos). In seiner Begrüßung betonte er die große Bedeutung eines sicheren straßenbegleitenden Radwegs entlang der Landesstraße L 96. Dieser sei besonders wichtig für die Schulwegsicherung sowie für den Berufs- und Individualverkehr zwischen dem Ortsteil und der Kreisstadt.

In seiner anschließenden Rede verglich Corrado Gursch in seiner Funktion als Landtagsabgeordneter die angestrebte örtliche Radwegmaßnahme mit anderen vergleichbaren Bauprojekten im Land. „Dank des großen partnerschaftlichen Engagements verschiedenster Akteure in den zurückliegenden Jahren“, so Gursch, „werden wir bald alle sicher auf dem gewünschten Radweg fahren können. Wenn auch zehn Jahre als eine lange Zeitspanne erscheinen, muss man das erst einmal in dieser Frist schaffen. Andere Regionen im Land würden sich glücklich schätzen, Ähnliches vorweisen zu können.“

Hans‑Jürgen Wodtke, IG-Mitglied der ersten Stunde, führte anschließend die rund 30 Gäste des Abends in einem kurzweiligen Vortrag durch die Höhen und Tiefen der zehnjährigen Bemühungen um den ersehnten Radweg. Resümierend hielt er fest, dass es rund fünf Jahre gedauert habe, bis von der Brandenburger Landesregierung endlich das Signal gekommen sei, dass man sich dort ernsthaft und verbindlich mit dem hiesigen Anliegen beschäftigen werde. Zu diesem Zeitpunkt hatte man dort beschlossen, dem Ausbau von Radwegen im Land künftig wesentlich mehr Augenmerk zu widmen.

Zeitgleich hatte das Rathenower Bauamt bereits erste Vorarbeiten geleistet und war in der Zukunft bereit, auch weitere Aufgaben zu übernehmen. Das waren Leistungen, die die Kommune eigentlich nicht hätte erbringen müssen, die den weiteren Planungsprozess jedoch deutlich verkürzten. Dennoch sollte es weitere fünf Jahre dauern, bis alle Genehmigungen vorlagen und vor allem sämtliche erforderliche Zustimmungen der betroffenen 27 Grundstückseigentümer zum Grunderwerb eingeholt waren. Am Ende seines Rückblicks stellte Wodtke noch einmal klar, dass es, wenn der Radweg endlich befahrbar sein werde, nicht nur einen, sondern zahlreiche „Väter des Erfolgs“ geben werde.

Michael Muske zeigte sich in seiner kurzen Rede sichtlich beeindruckt von den zuvor gehörten Worten. Der seit zwei Jahren verantwortliche Bauleiter des Projekts versprach anschließend, alles dafür zu tun, damit der neue Radweg so schnell wie möglich freigegeben werden könne.

„Wann das genau sein wird“, so Muske, „entscheidet sich zeitnah in den kommenden Wochen.“ Ein Termin Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027 erscheine ihm derzeit jedoch durchaus realistisch.

Rathenows Bürgermeister Jörg Zietemann dankte daraufhin allen, die bis zum heutigen Tag zum aktuellen Teilerfolg der Aktion beigetragen haben, und wünschte sich auch für die Zukunft engagierte Bürger, die anstehende Probleme ähnlich beherzt anpacken. Zum Veranstaltungsende übergab Christian Stachowiak stellvertretend für alle Akteure und Mitglieder der IG Radweg Böhne–Rathenow-West ein Präsent an Hans-Jürgen Wodtke. Als Ortsvorsteher dankte er ihm im Namen der Bürger des Böhner Ortsteils für dessen besonderes bisheriges Engagement.

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