Projekt von Lidl stößt in Rathenower SVV auf Kritik
Lidl in Rathenow-Ost will vergrößern, abreißen und neu bauen. In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (SVV) lag nun die Aufstellung des Bebauungsplans vor. Nach Kritik zog Bürgermeister Jörg Zietemann die Beschlussvorlage zurück.
Lidl plant das Gebäude des Discounters (Baujahr 2003) sowie das Gebäude des seit Jahren leer stehenden früheren Getränkemarktes am Bruno-Baum-Ring abzureißen und auf der Gesamtfläche von zirka insgesamt 8.800 Quadratmetern einen größeren, moderneren Discounter zu errichten. Der Lidl-Markt hat eine derzeitige Fläche von 1.136 Quadratmetern und das leer stehende Gebäude eine Fläche von zirka 1.000 Quadratmetern. Lidl strebt eine Vergrößerung der Verkaufsfläche und seines Sortiments an. Sanierung wird als unverhältnismäßig eingestuft. Aus diesem Grund sollen beide Bestandsgebäude abgerissen und durch ein modernes, konzeptstarkes Gebäude mit gleicher Nutzung, aber zeitgemäßem Sortiment ersetzt werden.
Der neue Lidl-Markt soll eine Gesamtfläche von 2.294 Quadratmetern mit einer Verkaufsfläche von 1.417 Quadratmetern haben. Freiflächengestaltung und Parkplatzverteilung werden in diesem Zuge ebenfalls an heutige Anforderungen angepasst. Es soll eine neue zusätzliche Zufahrt über den Bruno-Baum-Ring hergestellt werden. Die nördliche Bestandszufahrt an der Dr. Salvador-Allende-Straße soll erhalten bleiben. Für die Neubaupläne ist eine Änderung des Flächennutzungsplans notwendig.
Bereits in der Einwohnerfragestunde kritisierte ein Bürger, ein unmittelbar betroffener Anwohner in einem Einfamilienhaus im Philosophenweg, die Neubaupläne. In der Diskussion zu den Beschlussvorlagen kritisierte der Abgeordnete Olaf Thonke (CDU) die Vergrößerung der Lidl-Verkaufsfläche am Stadtrand und begründete dies mit einer entsprechend größeren Konkurrenz für die zu stärkenden Innenstadtgeschäfte, da Lidl auch ein ständiges großes „Non-Food“-Sortiment habe.
Auch führte Thonke die geplante Errichtung eines neuen Supermarkts auf der Brache neben dem Rathaus in der Berliner Straße an. Laut Thonke verfüge die Stadt bereits heute über eine – für die Einwohnerzahl – zu große Verkaufsfläche bezüglich Discountern und Supermärkten und bat noch einmal, über die Pläne von Lidl nachzudenken. Gerd Wollenzien (AfD) stimmte Thonke zu. Dies bewog Bürgermeister Jörg Zietemann (parteilos) die Beschlussvorlage zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Aufstellung des Bebauungsplans zurückzuziehen, da er aktuell Neuabstimmungen mit Lidl sieht. Damit ist diese Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung erst einmal vertagt. Das Vorhaben wird erneut in den SVV-Ausschüssen für Wirtschaft und Bauen diskutiert.





