Problem oder Chance? Diskussion um Inklusion in der Kita
Wie gelingt inklusive Arbeit in der Praxis? Welche Voraussetzungen braucht es und welche Hürden sind zu bewältigen? Mit diesen Fragen befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung „Von Anfang an dabei – Kita inklusiv denken“, die bereits am 7. Mai 2026 im Musiksaal in Falkensee stattfand.
Während zu bisherigen Veranstaltungen des Runden Tisches Inklusion überwiegend am Thema interessierte Privatpersonen und Vertreter aus der Lokalpolitik teilgenommen hatten, dominierten an diesem Abend pädagogische Fachkräfte, insbesondere aus den Kindertagesstätten der Stadt. Etwa 50 Personen hatten sich eingefunden.
In einem einführenden Vortrag erläuterte Jana Brück aus der städtischen Kita „Rohrbecker Weg“, dass es bei Inklusion darum geht, Vielfalt als Ressource zu erkennen und dieses Potenzial zu nutzen, anstatt Unterschiede von vornherein als Problem zu betrachten. Ziel sollte nicht sein, dass das Kind sich der Umgebung anpasst, sondern dass das Team in der Einrichtung erkennt, was das Kind oder seine Eltern an der Teilhabe hindert. Erst dann können Lösungen gefunden und Hürden beseitigt werden.
In der anschließenden Gesprächsrunde trafen unterschiedliche Perspektiven aufeinander: Heike Seeger (Bereichsleiterin Kita, Lebenshilfe Havelland e. V.), Uta Lauer (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung Falkensee), Ilka Marquardt (Sonderpädagogische Förder- und Beratungsstelle Havelland) und Christina Zubrytzki (Amtsleitung Kindertagesbetreuung, Stadt Falkensee) berichteten über Erfahrungen mit Vielfalt im Bereich der Kindertagesbetreuung und im Übergang von der Kita zum Hort. Auch die Gäste der Veranstaltung steuerten eigene Erfahrungen und Fragen bei.
Als Fazit konnte festgehalten werden, dass Inklusion ein wichtiges Thema in den Falkenseer Kindertagesstätten und auch in der Verwaltung sowie beim Landkreis ist. Die Träger und die pädagogischen Fachkräfte versuchen, für alle Kinder eine Umgebung zu schaffen, die ihren Bedürfnissen gerecht wird. Dabei hängt viel von der Haltung im Team zum Thema und von einem offenen, ehrlichen und lösungsorientierten Austausch ab.
Die Rahmenbedingungen werden zum großen Teil von anderen gesetzt. „Ein bisschen fühlt es sich gerade an, als würden wir nach einigen Fortschritten gerade politisch etwas ausgebremst“, konstatierte eine Teilnehmerin. Die Anwesenden verwiesen auf komplizierte und langwierige Antragsverfahren sowie unklare Zuständigkeiten bei Behörden, und auf die Sorge in den Familien vor Stigmatisierung. Dies kann dazu führen, dass Familien zögern, sich Hilfe zu suchen. Hier soll der Bürokratieabbau in den Behörden dazu beitragen, dass Angebote auch genutzt werden.
Auch gibt es Strukturen, die beraten und begleiten. So unterstütze eine Verfahrenslotsin die Familien dabei, die richtigen Eingliederungshilfen bei den zuständigen Behörden zu beantragen, informierte Claudia Wolfram, Referatsleiterin für Kinder- und Jugendförderung beim Landkreis Havelland (Infos dazu auf https://www.havelland.de/arbeit-leben/familie/verfahrenslotsen).
Damit Inklusion gelingen kann, müssen die Zahnräder des Unterstützungsnetzwerks gut ineinandergreifen. Die Anwesenden haben sich vorgenommen, in ihren Bereichen und miteinander weiter daran zu arbeiten, dass alle Kinder und Familien die Möglichkeit zur umfassenden Teilhabe in allen Lebensbereichen erhalten und Vielfalt als Ressource und Inklusion als Chance erlebt wird.
Für die nächste Veranstaltung votierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mehrheitlich für das Thema „barrierefreie (öffentliche) Infrastruktur“.





