„Postcrossing“ – Andreas Raab aus Rathenow sammelt Postkarten aus aller Welt
Auf Einladung des Rathenower Heimatbund e.V. trafen sich Sammler- und Tauschfreunde sowie regionalgeschichtlich Interessierte am Karfreitag in der Grundschulaula am Weinberg. Von Martin Sommerfeld
Im Mittelpunkt standen Briefmarken, Münzen, Ansichtskarten sowie die Erforschung und Pflege der Regionalgeschichte. Bereits im Vorfeld hatte sich ein reges Interesse angedeutet, das sich am Veranstaltungstag bestätigte. Die Besucher nutzten vielfach die Gelegenheit, sich in angenehmer Atmosphäre mit Gleichgesinnten auszutauschen, Fachgespräche zu führen und neue Kontakte zu knüpfen. Elf Aussteller und Anbieter präsentierten ihre Sammlungen und Angebote. Mit ihrem Engagement trugen sie maßgeblich zum Gelingen der rund vierstündigen Veranstaltung bei.
Viele Besucher zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt und Qualität der ausgestellten Objekte. Für Einsteiger bot sich gute Gelegenheit, erste Einblicke in die verschiedenen Sammelgebiete zu gewinnen. Ein Beispiel für Sammlerleidenschaft und Engagement präsentierte der Rathenower Andreas Raab. Er zeigte einen Teil seiner umfangreichen Ansichtskartensammlung und nutzte gleichzeitig die Gelegenheit, diese durch gezielten Tausch zu erweitern. Schon vor 1989 bemühte er sich, seine Sammlung international auszurichten und über Kontakte Karten aus dem Ausland zu erhalten. Heute eröffnet ihm das Internet neue Möglichkeiten.
So verwies ein von ihm selbst gestaltetes Plakat an seinem Stand auf die Plattform „Postcrossing“. Diese wurde im Jahr 2005 von einem Portugiesen entwickelt und basiert auf einem einfachen, aber wirkungsvollen Prinzip: Teilnehmer aus aller Welt senden sich per Zufallsverfahren gegenseitig Ansichtskarten zu. Für jede verschickte Karte erhält man eine von einem anderen Nutzer zurück. Inzwischen beteiligen sich mehr als 800.000 Menschen aus 209 Ländern an diesem internationalen Austausch, der nicht nur die jeweiligen Sammlungen wachsen lässt, sondern auch kulturelle Einblicke in andere Länder vermittelt und Menschen verbindet.

Besonderheit der Veranstaltung war die begleitende Ausstellung über „Briefmarken im Zweiten Weltkrieg“. Die von den Heimatbund-Mitgliedern Jürgen Mai und Hans-Jürgen Wodtke zusammengestellte Präsentation zeigte Marken aus verschiedenen Ländern und verdeutlichte eindrucksvoll, wie sich historische Ereignisse auch in der Philatelie widerspiegeln.
Ebenso positiv wurde das erstmals angebotene Treffen für Freunde der Regionalgeschichte aufgenommen. Hier entwickelte sich schnell ein lebhafter Austausch über historische Ereignisse und Persönlichkeiten aus der Heimatregion. Dieser Programmpunkt soll auch Bestandteil der nächsten Veranstaltung am Karfreitag 2027 sein. Ziel ist es, an den diesjährigen Erfolg anzuknüpfen, neue Teilnehmer und Gäste zu gewinnen und das Angebot weiter auszubauen.





