Nun doch: 372.000 Euro für die Freilichtbühne in Ketzin/Havel
Für die Neugestaltung der seit Jahrzehnten im Dornröschenschlaf verharrenden Ketziner Freilichtbühne wird die Stadt als kommunalen Eigenanteil 93.000 Euro für die Neugestaltung bereitstellen. Das beschlossen die Stadtverordneten am Montag, 2. März 2026, mehrheitlich. Damit ist eine Forderung des Fördermittelgebers erfüllt, der diesen Eigenanteil für die Bereitstellung von Fördermitteln über 279.000 Euro in diesem Jahr in Aussicht stellte.
Damit endet eine rund dreißigjährige Diskussion der Kommunalpolitiker über das Ob und Wie der Neugestaltung des mitten im Stadtzentrum gelegenen Areals, das einst für 3.500 Besucher pro Veranstaltung zugelassenen war (BRAWO berichtete). Entsprechende sehr konkrete Pläne gibt es bereits seit 2018, die auf einem Entwurf der Stadtverwaltung und einer Bürgerbefragung beruhen. Ziel sei es, die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen, sowie einen zentralen Ort für kulturelle, sportliche und generationenübergreifende Aktivitäten zu schaffen, heißt es im Beschluss.
Vorgesehen sind unter anderem Konzerte, Theateraufführungen, Kino, interkulturelle Veranstaltungen sowie Angebote für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren. Dafür favorisierten die Einwohner den Namen KUSS-Arena, was für Kultur, Sport und Spiel steht. Im Nutzungsentwurf sind unter anderem auch eine Seilrutsche, Kletterpfad und -wand, Spielflächen und Tunnelrutsche vorgesehen. Auf die gewünschte Skaterbahn wird wohl aus Lärmschutzgründen verzichtet werden müssen.
Ein endgültiger Detailplan muss noch erarbeitet und beschlossen werden und wird sicher auch von den finanziellen Möglichkeiten bestimmt. Bänke, wie einst vorhanden, sind angesichts des Stückpreises um 500 Euro derzeit nicht beabsichtigt. Die 93.000 Euro sind zwar im diesjährigen Haushalt nicht enthalten, stehen aber aus 2025 noch zur Verfügung, wurde versichert.
Auch wenn der Beschluss am Montag ohne weitere Beratung gefasst wurde, gingen im Vorfeld die Diskussionen über den Sinn und die Finanzierbarkeit weit auseinander. Gregor Stein für die AfD-Fraktion, Bürgermeisterin Katrin Mußhoff (parteilos) und Udo Feist für die CDU-Fraktion vertraten in dieser Reihenfolge übereinstimmend die Meinung, dass das für die Steuern zahlenden Einwohner, zumal noch Fördermittel fließen, ein wichtiges soziales Vorhaben für Kultur, Sport und Spiel sei und das für alle Altersgruppen. Es entstünde eine grüne Oase, die das Stadtzentrum aufwerten würde.
Mathias Reinke (Bürger für Ketzin/Havel) lehnte das Vorhaben nachdrücklich ab. Das könne sich die Stadt nicht leisten, es gäbe andere Prioritäten, sagte er. Ursula Münstermann (Grüne) machte kein Hehl daraus, kein Fan des Projektes zu sein. Sie mache sich Sorgen um die Finanzierung. Trotzdem rücke sie von ihrer ursprünglichen Ablehnung ab und wolle zustimmen, sagte sie. Jürgen Tschirch (SPD) schlug vor, zunächst mit dem Aufbau von Bänken für Kulturveranstaltungen zu beginnen. Bei dieser Variante gäbe es die Fördermittel nicht, meinte Matthias Meißner von der Stadtverwaltung.
Wie diese vorangegangene Diskussion im Hauptausschuss verlief dann auch am Montag das Votum. Von vierzehn anwesenden Stadtverordneten stimmten acht für das Vorhaben, zwei dagegen und vier enthielten sich der Stimme.





