Notdienste der Apotheken werden neu organisiert
Die Landesapothekerkammer Brandenburg hat im Einvernehmen mit dem brandenburgischen Gesundheitsministerium eine Neuorganisation der Notdienste der Apotheken beschlossen.
Zukünftig, also mit Start 1. März 2026, sollen alle Apotheken nur noch im 20-Tage-Rhythmus einen Notdienst absolvieren müssen. Die Regelung ist als Modellprojekt angelegt und gilt zunächst bis 31. Dezember 2026. Ziel sei es, die flächendeckende Arzneimittelversorgung in Brandenburg auch unter sich verändernden Rahmenbedingungen langfristig sicherzustellen und die vorhandenen personellen Ressourcen effizienter zu nutzen, heißt es in der Begründung für das Projekt.
Damit sei jede öffentliche Apotheke in Brandenburg alle 20 Tage zum Notdienst verpflichtet. Wie ein Blick in den bisherigen Notdienstplan zeigt, bedeutet das für viele Apotheken in der Region eine spürbare Reduzierung der jährlichen Dienstbelastung. Bisher ist im östlichen Havelland jede Apotheke in der Regel alle 13 Tage mit einem Notdienst beauftragt. Das heißt für Patientinnen und Patienten aber auch, dass sich ab März durchaus längere Wege zur nächstgelegenen Notdienstapotheke ergeben. Doppel- oder gar Dreifachdienste, wie beispielsweise am 17. oder 19. Februar im östlichen Havelland geplant, wird es dann nicht mehr geben.
„Wir reagieren mit dieser Neuorganisation verantwortungsvoll auf die veränderte Apothekenlandschaft in Brandenburg. Allein seit Beginn 2022 haben im Land Brandenburg 47 Apotheken geschlossen und 11 Orte haben bereits ihre einzige Apotheke verloren“, erklärt Jens Dobbert, Präsident der Landesapothekerkammer Brandenburg. Der Anspruch sei es, Versorgungssicherheit und Belastbarkeit der Apotheken gleichermaßen im Blick zu behalten. Der 20-Tage-Rhythmus schaffe eine gerechtere Verteilung der Dienste und entlastet viele Apothekenteams spürbar.
„Für die Bevölkerung wird auch nach der Umstellung eine hohe flächendeckende Versorgungsqualität mit Arzneimitteln sichergestellt – durch die Vor-Ort-Apotheken an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr, auch an Wochenenden, Feiertagen und in der Nacht“, betont Dobbert. Apotheken würden verlässlich erreichbar bleiben, auch wenn sich die Wege im Einzelfall verlängern.
„Diese Neuorganisation ist keine Einschränkung, sondern eine notwendige Strukturreform“, erklärt Dobbert weiter. „Sie verbindet Entlastung für die Apothekenteams mit einer stabilen Arzneimittelversorgung für die Bevölkerung – modern, gerecht und nachhaltig.“
Die jeweils nächstgelegenen diensthabenden Apotheken sind weiterhin wöchentlich in BRAWO zu finden beziehungsweise tagesaktuell über die Website der Landesapothekerkammer Brandenburg www.lakbb.de sowie das Portal der ABDA www.aponet.de abrufbar.





