Nicht nur für Patienten aus Brandenburg an der Havel: Zahnversorgung in neuer Uni-Klinik
Die Zahnmedizin erfährt einen enormen Schub. Als ein regionales Zentrum wird jetzt eine reine Zahnklinik in Brandenburg an der Havel eröffnet. Am 3. August 2026 beginnt die Patientenversorgung, die Terminvergabe ist bereits gestartet.
Gründe, die zum Zahnarzt treiben, gibt es sehr viele. Doch nimmt die Praxendichte immer weiter ab, je dünner der märkische Landstrich besiedelt ist. Sozusagen ein Versorgungsleuchtturm entsteht in Brandenburg an der Havel. Im denkmalgeschützten ehemaligen E-Werk in der Bauhofstraße 2-4 nimmt jetzt die erste Universitätszahnklinik des Landes den Betrieb auf. Wo früher Strom erzeugt wurde, werden fortan Menschen behandelt: Das sanierte Industriedenkmal verbinde erhaltene historische Elemente wie Mauerwerk und Stahlkonstruktionen mit moderner Medizintechnik und schaffe einen besonderen Ort für die universitäre Zahnmedizin, wie es heißt.
Wie ankündigt wird, verbinde sich hier Patientenversorgung, Lehre und Forschung unter einem Dach. Zum Start stünden fünf vollständig digital ausgestattete Behandlungsplätze zur Verfügung. Die Zahl der Behandlungseinheiten soll schrittweise auf rund 40 steigen. Damit würden zusätzliche Behandlungskapazitäten und künftig mehr Möglichkeiten für Behandlungstermine entstehen. Neben allgemeiner zahnmedizinischer Versorgung sollen auch spezialisierte Sprechstunden angeboten werden.
Es handelt sich um ein Projekt der in Neuruppin ansässigen Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB). „Die neue Universitätszahnklinik stärkt die MHB ebenso wie den Gesundheitsstandort Brandenburg an der Havel. Gleichzeitig investieren wir in bessere Versorgungsstrukturen und in die Ausbildung dringend benötigter zahnmedizinischer Fachkräfte“, so MHB-Kanzler Dr. Gerrit Fleige. Der Geschäftsführende Direktor vor Ort, ein Professor für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie, lässt seinerseits wissen: „Mit der neuen Universitätszahnklinik schaffen wir einen Ort, an dem moderne Patientenversorgung, praxisnahe Ausbildung und Forschung eng zusammenwirken. Unser Ziel ist es, den Menschen in der Region eine hochwertige, wohnortnahe Behandlung zu bieten und gleichzeitig den zahnmedizinischen Nachwuchs gezielt auf die Versorgung in Brandenburg vorzubereiten“, so Prof. Dr. med. dent. Dr. rer. med. Gerhard Schmalz.
Die neue Klinik will universitäre Zahnmedizin in zwei Polikliniken bündeln: der Poliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie sowie der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik und Seniorenzahnmedizin. Das Behandlungsspektrum reiche von allgemeiner Zahnmedizin über Parodontologie und Endodontie bis zur Seniorenzahnmedizin. Sie sei zugleich das Zentrum des Brandenburgischen Modellstudiengangs Zahnmedizin, den die MHB 2024 als ersten Studiengang dieser Art im Land eingeführt hat.
Wie es ferner heißt, könnten jährlich 48 Studierende das Studium aufnehmen. Bereits ab dem siebten Semester würden sie unter fachlicher Aufsicht eigene Patienten behandeln. Die enge Verbindung von Studium und Versorgung ermögliche eine praxisnahe Ausbildung nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Patienten würden gleichzeitig von einer eng begleiteten Behandlung nach modernen Standards profitieren.
Mit der Universitätszahnklinik will die MHB landesweit dazu beitragen, die zahnmedizinische Versorgung langfristig zu sichern: Viele Zahnärztinnen und Zahnärzte würden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen, während insbesondere in ländlichen Regionen bereits heute Versorgungsengpässe bestehen würden. Die neue Klinik schaffe zusätzliche Behandlungskapazitäten, stärke Forschung und Lehre und bilde qualifizierten Nachwuchs im Land aus.





