Neuer Bürgerbus für Dallgow-Döberitz
Der Dallgower Bürgerbusverein konnte das dritte Gefährt seit seiner Gründung in Empfang nehmen – die Finanzierung teilten sich Gemeinde und Landkreis. Das Wetter meinte es erst nicht so gut am Dienstag, 31. März 2026. Während Dallgows Bürgermeister Sven Richter (CDU) seine Rede zur Übergabe des neuen Bürgerbusses an den Verein hielt, regnete es in Strömen. Wie praktisch, dass der Bus vor seinem Carport stand und sich der Bürgermeister in die offene Seitentür stellen konnte, während die Gäste unter dem Dach Witterungsschutz fanden. Später, als Richter gemeinsam mit Landrat Roger Lewandowski (CDU) den Schlüssen für den neuen Bus an den Vereinsvorsitzenden übergab, hatte der Regen zum Glück wieder aufgehört.
Der neue Bus ist bereits das dritte Gefährt, dass der 2013 gegründete Bürgerbus Dallgow-Döberitz e.V. in Betrieb nimmt. Die Beschaffung sei sehr unkompliziert gelaufen, so der Bürgermeister. Die Zusammenarbeit mit Gemeindevertretung und Landkreis habe gut funktioniert. Schließlich teilen sich Gemeinde und Landkreis nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch den Unterhalt zu je etwa der Hälfte, fasste Richter zusammen. Gekostet hat der neue rote Bürgerbus, der ein umgebauter VW-Transporter ist, rund 140.000 Euro. Er bietet mehr Komfort und Sicherheit, sowie Platz für acht Fahrgäste und gegebenenfalls ihre Rollatoren oder auch einen Rollstuhl.
Er sei eine soziale Lebensader und verbinde Teile der Gemeinde, die sonst nicht erreichbar wären. Fast 11.000 Fahrgäste wurden im Jahr 2025 transportiert. Rein rechnerisch hieße das, dass jeder Einwohner der Gemeinde, egal ob jung oder alt, einmal mit dem Bus gefahren wäre, erklärte Sven Richter mit einem Augenzwinkern. Es sei eine Investition in die Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger, so der Bürgermeister weiter.
Genutzt werde der Bürgerbus vor allem vormittags von älteren Einwohnern der Gemeinde, die so Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten erreichen. Nachmittags würden sich auch zunehmend Schülerinnen und Schüler einfinden, berichtet der Vorstandsvorsitzende des Bürgerbusvereins, Thomas Janisch.
Bürgerbusse werden ehrenamtlich geführt. Der Dallgower Verein ist einer von dreien im Landkreis Havelland. Die weiteren gibt es in Brieselang und in Schönwalde-Glien. Die Zahl der ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrer in Dallgow liegt derzeit bei 21, wie Janisch berichtet. Das sei eine gute Zahl und man könne so alle Schichten problemlos abdecken. Seit Donnerstag wurde die Anzahl der Fahrten sogar aufgestockt. So gibt es nun montags, dienstags, donnerstags und freitags auch Fahrten über Mittag. Mittwochs geht der Bus in die Reinigung und Wartung, daher wird hier weiterhin nur vormittags und nachmittags gefahren.

Der Bürgerbus mit der Liniennummer 670 ist übrigens ganz normal im Fahrplan von Havelbus integriert und fährt zu festen Zeiten feste Strecken. Da der Bus deutlich kleiner ist als die normalen Havelbusse, fährt er auch Ecken in der Gemeinde an, die Havelbus gar nicht erreichen könne, sagte dann auch Havelbus-Geschäftsführer René Pleske.
Er sei von Anfang an Fan von Bürgerbussen, erklärte Landrat Roger Lewandowski. Es sei ungeheuer viel Engagement, was dahinter stehe. Das sei nicht selbstverständlich. Daher hatte der Landrat auch als Dankeschön trotz vorläufiger Haushaltsführung einen kleinen Scheck über 200 Euro für den Verein in der Tasche, der für eine Vereinsfeier genutzt werden soll.
Übrigens, wer selbst Bürgerbusfahrerin oder -Fahrer werden will, findet den Kontakt zum Verein auf buergerbus-dallgow.info. Das Mindestalter ist 25 Jahre, das Höchstalter 75 Jahre.






