Wie in Milow: Nächste Kita im Havelland kann auf LEADER-Mittel der EU setzen
Wolsier, Friesack, Perwenitz: Wie die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Havelland mitteilte, wurden Ende 2025 nochmals fünf Projekte mit einer Förderung von insgesamt fast 1,8 Millionen Euro bedacht. Das sei ein starkes Signal für regionale Entwicklung, hieß es.
Die hiesige LAG ist eine von 14 im Land Brandenburg. Sie prüft eingereichte Projektideen zur Entwicklung des ländlichen Raums auf ihre Förderwürdigkeit im Rahmen des europäischen LEADER-Programms. Am besten bewerteten Projekte erhalten ein positives LAG-Votum und können dann im nächsten Schritt des zweistufigen Verfahrens einen Förderantrag bei der zuständigen Bewilligungsbehörde – dem Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) – stellen.
Mit LEADER-Mitteln in Höhe von satten 1,3 Millionen Euro war der Krippen-Neubau in Milow bedacht worden. Die Einrichtung Am Bahndamm wurde im März 2024 eröffnet. Ohne diese Förderung wäre das kommunale Projekt wohl gescheitert, da andere Fördertöpfe nicht zur Verfügung gestanden hatten. Die Gemeinde Milower Land wäre mit alleiniger Finanzierung überfordert gewesen. Insgesamt flossen rund 3 Millionen Euro ins Bauprojekt.
Zum jüngsten sogenannten Ordnungstermin 2025 hätten die LAG Havelland insgesamt neun Anträge erreicht, wie es heißt. Davon konnten sich sechs Projekte im Auswahlverfahren behaupten und erhielten jeweils ein positives Votum des LAG-Vorstands und damit grünes Licht für die Umsetzung. Insgesamt wurden knapp 1,8 Millionen Euro europäischer Fördermittel gebunden. Und hier wird gefördert: Mit den Mitteln werden die Havelländischen Musikfestspiele neu aufgestellt, die Dorfkirche in Wolsier wird ertüchtigt, auf dem Gelände des Alten Sägewerks in Friesack entsteht ein Tinyhaus, das Kulturgut Damm wird saniert und die Kita Fröhlichhausen in Perwenitz umgebaut.
Mit Unterstützung der LEADER-Förderung sollen zwei neue Formate für die Havelländischen Musikfestspiele entwickelt und umgesetzt werden. Unter dem Titel „Musik & Markt“ werden Konzerte mit Angeboten regionaler Wirtschaftspartner verknüpft. Kooperationen mit Kunsthandwerk, Schmuckdesign und Kreativwirtschaft sollen Synergien schaffen, die regionale Wertschöpfung stärken und neue Ansätze eröffnet.
Das Format „Kulturelle Bildung“ fokussiert sich hingegen auf die Stimme: Menschen aller Altersgruppen sollen in Projektchören oder Workshops zum gemeinsamen Singen eingeladen und ermutigt werden, die eigene Stimme als Ausdruck von Kreativität und Gemeinschaft zu entdecken. Die Umsetzung ist ab dem Spätsommer/Herbst 2026 geplant.
Die Kita „Schloss Fröhlichhausen“ in Perwenitz, die im alten Gutshaus untergerbacht ist, wird umfassend saniert und erweitert. Künftig stehen über 70 Betreuungsplätze zur Verfügung. Modernisierte Räume, energieeffiziente Technik sowie ein neuer Speise- und Multifunktionsbereich schaffen einen zeitgemäßen Bildungsort.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Mitwirkung der Kinder: In zwei kindgerechten Beteiligungsrunden im Juli und September 2025 brachten sie Wünsche zur Raumgestaltung und Nutzung ein. Eine Gartentreppe mit Kräutergarten, ein Forschertisch und ein großer Basteltisch für gemeinsame Projekte standen dabei im Vordergrund. Diese Ideen fließen direkt in die Planung ein. Die LAG Havelland unterstützt solche Beteiligungsprozesse kostenfrei, da sie die Selbstwirksamkeit von Kindern stärken, die Qualität der Projekte erhöhen und zugleich die Chancen auf Förderung verbessern.
In Wolsier wird derweil der Ausbau der Dorfkirche zur Sternenkirche im zweiten Bauabschnitt fortgesetzt. In Friesack am Alten Sägewerk entsteht dagegen ein sogenanntes Tinyhaus, also ein sehr kleines Haus, in dem in Zukunft Ferienwohnen möglich sein wird. Das KulturGut Damm, ebenfalls in Friesack, soll saniert werden und dann als Kultur- und Begegnungsort für Friesack, das Havelland und die Region genutzt werden.
Für den nächsten Ordnungstermin am 16. März 2026 ist ein Budget von 2,5 Millionen Euro EU-Mittel festgelegt. Interessierte können sich noch bis dahin beraten lassen und Projektbögen per E-Mail an info@lag-havelland.de einreichen. Infos im Internet auf www.lag-havelland.de.





