Nach Feuer in der Döberitzer Heide will Sielmann-Stiftung Brandschutz noch weiter stärken
Ende Juli 2026 gab es einen Flächenbrand nur wenige Meter entfernt vom Natur-Erlebniszentrum in Elstal. Rund 1,2 Hektar brannten ab. Trotzden die Einsatzkräfte der örtlichen Feuerwehr schnell vor Ort waren, stellten sich die Löscharbeiten schwierig da. Denn das Gelände steht unter Munitionsverdacht und darf aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden. Wie die Sielmann-Stiftung als Eigentümerin der Fläche berichtet, sei das Feuer nach rund drei Stunden eingedämmt und von sicherer Position aus gelöscht worden. Dabei halfen neben der Feuerwehr auch Mitarbeiter der Heinz-Sielmann-Stiftung, des benachbarten Naturschutz-Fördervereins Döberitzer Heide e.V., des Landwirtschaftsbetriebs Döberitzer Heide-Galloways und Helfer von Karls Erlebnisdorf, die mit eigenen Wassertankfahrzeugen anrückten.
„Nur dank des beherzten und solidarischen Zusammenwirkens aller Beteiligten konnte Schlimmeres verhindert werden. Menschen und Tiere sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen“, sagte Jochen Paleit, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, der am Brandtag selbst vor Ort war. „Es hat nicht viel gefehlt und der Brand wäre auf das Gelände des Natur-Erlebniszentrums übergegriffen. Wir hatten Glück im Unglück“, so Paleit.

Der Vorfall zeige einmal mehr, wie akut die Wald- und Vegetationsbrandgefahr ist und wie schwer sich Löscharbeiten in der Döberitzer Heide gestalten können. Das Gelände wurde rund 300 Jahre lang für militärische Übungen genutzt, die tonnenweise Munition im Boden hinterlassen haben. Große Teile der Heide gelten daher bis heute als Flächen mit Munitionsverdacht. Für die Feuerwehren im Umland bedeutet das eine eingeschränkte Befahrbarkeit mit Löschfahrzeugen, denn der Eigenschutz der Einsatzkräfte hat immer Vorrang.
Stiftung investiert in vorbeugenden Waldbrandschutz
„Es fehlt einfach immer häufiger an Niederschlag. In der ausgetrockneten Landschaft steigt das Risiko für Brände drastisch. Da sich die Situation mit dem Fortschreiten der Klimakrise eher noch verschlechtern wird, setzen wir auf Prävention und schnelle Einsatzbereitschaft im Brandfall“, erklärt Peter Nitschke, Gebietsbetreuer der Döberitzer Heide.
In den vergangenen Jahren hat die Heinz Sielmann Stiftung deshalb viel investiert, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Innerhalb des Naturschutzgebiets unterteilt ein Wegenetz die Fläche in kleinere Abschnitte. Brennt es in einem Sektor, kann von den Wegen aus gelöscht oder bewässert werden, oder das Feuer läuft aus. Diese Were sind mindestens oberflächennah oder sogar in der Tiefe munitionsberäumt und werden regelmäßig von brennbarer Biomasse befreit, um die Brandlast zu verringern. Zukünftig soll zusätzlich ein Brandschutzstreifen rund um die Kernzone entstehen.
Zusätzliche Löschwasserstellen eingerichtet
Die für die Feuerwehren nutzbaren Zufahrten und Wege sind zudem in einer Brandschutzkarte festgehalten, die den Behörden und allen Wehren der Region vorliegt. Dort sind auch Löschwasserentnahmestellen, Tiefenbrunnen und natürliche Gewässer verzeichnet. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren sechs neue Stellen eingerichtet. Sie sind rund um die Heide verteilt und dienen auch dem Schutz der Infrastruktur, vor allem im nördlichen Bereich der Döberitzer Heide in Richtung Bundesstraße, aber auch im Bereich Krampnitz (Potsdam). Rund 300.000 Euro wurden hier investiert.
Auch ein alter Feuerlöschteich am Plettenberg wurde wieder instandgesetzt. Das mehr als 300.000 Liter fassende Becken werde seither regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf aufgefüllt. Finanziert wurde dies über ein Spendenprojekt der Sielmann-Stiftung.

Der Löschteich habe dabei eine Doppelfunktion, wie es weiter heißt. Denn hier schließt sich auch eine Wildtiertränke an. Denn in trockenen, heißen Sommern haben auch Wildtiere einen erhöhten Wasserbedarf. Die Beweidung mit großen Pflanzenfressern in der Döberitzer Heide ist ebenfalls Teil der Vorsorge. Die Tiere fressen innerhalb der Kernzone die Pflanzen auf der Fläche und reduzieren dabei die Brandlast. Gleiches gilt für die Nutztiere außerhalb der Kernzone.
Waldbrände verhindern: Stiftung sieht auch Besucherinnen und Besucher in der Pflicht
„Wir investieren kontinuierlich in den vorbeugenden Waldbrandschutz und arbeiten eng mit Feuerwehren und Behörden zusammen. Trotz aller Vorsorgemaßnahmen bleibt die Gefahr eines größeren Wald- und Vegetationsbrandes in der Döberitzer Heide aber hoch“, mahnt Nitschke und appelliert: „Umso wichtiger ist es, dass alle Besucherinnen und Besucher mithelfen, Brände gar nicht erst entstehen zu lassen.“ Die meisten Wald- und Flächenbrände entstehen durch fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung. Achtlos weggeworfene Zigaretten glimmen in trockenem Gras minutenlang weiter. Auch heiße Motorkomponenten von Autos können Brände auslösen. Deshalb ist das Parken nur auf ausgewiesenen Parkplätzen gestattet, das Befahren der Heide für unberechtigte Personen verboten. In der Heide gilt: nicht rauchen, kein Feuer, keinen Müll zurücklassen. Wer Rauch bemerkt, wählt sofort die 112 und beschreibt den Standort so genau wie möglich.





