Munitionsfund im Wald bei Groß Glienicke wird am 30. September 2026 gesprengt
Der Kampfmittelräumdienst kommt am 30. September 2026 und der Sperrkreis verursacht neben Evakuierungen auch die Sperrung der L20 in Richtung Potsdam. Eine größere Menge an Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg ist bei einer systematischen Munitionssuche in einem Waldgebiet bei Groß Glienicke gefunden worden. In diesem Wald sind Forstarbeiten geplant, die die Munitionssuche notwendig machten. Geplant sei, die gefundene Munition am Mittwoch, 30. September 2026, durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg kontrolliert zu sprengen. Darüber informierte die Dallgower Gemeindeverwaltung.
Da rund um den Fundort daher ein Sperrkreis von 1.500 Metern eingerichtet wird, ist auch die Waldsiedlung in Groß Glienicke, in der rund 700 Menschen Leben, betroffen. Auf Dallgower Gemarkung handelt es aber nur um landwirtschaftlich genutzt Flächen. Alle Menschen müssen den Sperrkreis bis 9.30 Uhr am 30. September verlassen haben. Gesperrt wird zudem die B 2 und die L 20 zwischen Seeburg und Groß Glienicke, sowie Teile Berlin-Gatows. Dort müssen etwa 150 Menschen ihre Häuser verlassen.
Die Einsatzleitung liegt beim Ordnungsamt Potsdam, das sich im Vorfeld und auch während der Maßnahme mit allen Einsatzkräften und auch den Kolleginnen und Kollegen aus dem Havelland und dem Bezirk Spandau abstimmt.
Dazu sagt Kai Lange vom Ordnungsamt Potsdam: „Es ist das erste Mal, dass wir eine ordnungsbehördliche Lage nicht nur in Abstimmung mit einem angrenzenden Landkreis sondern sogar über die Landesgrenze nach Berlin hinweg planen und durchführen werden. Ich danke den Kolleginnen und Kollegen sowie der Polizei aus Brandenburg und Berlin schon jetzt für die enge und gute Abstimmung im Vorfeld.“
Ein Großteil der im Waldgebiet gefundenen Munition konnte bereits gefahrlos abtransportiert werden. Die restlichen, nicht transportfähigen Kampfmittel werden vom Kampfmittelbeseitigungsdienst für die systematische, kontrollierte Sprengung vorbereitet. Dazu sagt Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg: „Die gefundenen Kampfmittel sind überwiegend deutscher Herkunft aber auch von den Alliierten. Militärhistorisch lässt es sich so erklären, dass die Kampfmittel vom Flugplatz Gatow kamen und im Sommer 1945 dann in das Waldgebiet verbracht wurden. Bei den gefundenen Kampfmitteln handelt es sich unter anderem um Bomben, Granaten und Handgranaten. Geplant ist, die Kampfmittel in vier Phasen kontrolliert zu sprengen.“
Die Bundesstraße B 2, Potsdamer Chaussee, liegt im Sperrkreis und ist ab spätestens 9.30 Uhr nicht mehr zu befahren. Auch die Landesstraße 20 nach Seeburg und Falkensee ist ab dem Kreisverkehr vor Groß Glienicke für alle Verkehrsteilnehmer gesperrt. Die Umleitung erfolgt in Richtung Norden über Ritterfelddamm, Kladower Damm und Gatower Straße bis zur Heerstraße und umgekehrt in Richtung Potsdam.
Im öffentlichen Nahverkehr sind die Buslinie 604 sowie 638 von den Sperrungen betroffen. Die Linie 638 wird während der Maßnahme die Umleitung fahren. Der letzte Bus der Linie 604 wird um kurz nach 9.30 Uhr den Sperrkreis in Richtung Falkensee verlassen.
Alle aktuellen Informationen sowie ein Live-Ticker am Mittwoch sind unter www.potsdam.de/bombe verfügbar. Unter dem Link www.potsdam.de/Kampfmittel kann eine adressgenaue Karte zum Sperrkreis eingesehen werden.





