Müllspione im Havelland – Sie finden sogar Gelbe Tonnen, die zu schwer zum Leeren sind
Zwischen Falkensee und Rathenow landet(e) überdurchschnittlich viel Müll in Gelben Tonnen: Das hat ab Frühjahr 2026 zu stichprobenartigen Vor-Ort-Kontrollen durch Müllspione bzw. -wächter geführt. Was haben sie herausgefunden?
Das Duale System funktioniert nur solange, wie in Gelben Tonnen nur das landet, was reingehört. Das sind ausschließlich recycelbare Leichtverpackungen. Daher sollten die Sammelmengen überaus leicht sein. Die Zentek GmbH – mit Sitz in Köln – koordiniert im Landkreis Havelland das Duale System. Mit der Leerung der Gelben Tonnen hat sie die Havelländische Abfallwirtschaftsgesellschaft mbh (HAW) beauftragt.
Laut Zentek-Angaben vom Frühjahr besteht bei den Sammelmengen aus Gelben Tonnen ein bundesweiter Durchschnittswert pro Einwohner und Jahr. Dieser beläuft sich auf rund 32 Kilogramm. Über den Landkreis Havelland hieß es im März 2026, dass hier in den Jahren 2024 und 2025 Sammelmengen von jeweils mehr als 43 kg ermittelt wurden.
Sämtliche Wohnlagen im Landkreis seien von Fehlbefüllungen betroffen. Neben Großwohnanlagen, bei denen der Müll nahezu anonym entsorgt wird, hätten diese auch in Einfamilienhaussiedlungen verzeichnet werden können. Lokale Problemzonen wurden hierbei nicht benannt. Müllspione bzw. „Waste Watcher“ wurden von der Zentek GmbH in den Einsatz geschickt, zuletzt im Juni.
Zum von BRAWO jetzt angefragten Stand der Dinge bei der Stichprobenanalyse lässt das Unternehmen wissen, dass vor Ort bereits Verbesserungen bei der Sammelmenge festgestellt worden seien. Diese seien noch nicht mit Zahlen belegbar, aber man könne generell sagen, dass der Großteil der Haushalte schon sehr gut sortiert. Häufig gebe es nur einzelne Fehlwürfe, also Abfälle, die eigentlich im Restmüll oder am Wertstoffhof zu entsorgen sind.
„Allerdings sind andere Gelbe Tonnen so überladen mit Restmüll, Bauschutt und sonstigen Abfällen, dass eine Leerung definitiv nicht möglich ist. Gerade in den Großwohnanlagen landet in der Gelben Tonne häufig und regelmäßig der Restmüll. Die Nutzung des Restmüllbehälters wird mutmaßlich umgangen, um die dadurch entstehenden Gebühren einzusparen. Dies bringt allerdings nur eine Verschiebung der Kosten. Denn wenn die Gelbe Tonne in der regulären Tour nicht geleert werden kann, muss sie als Restmüll in einer Zusatztour geleert werden, wodurch höhere Kosten entstehen“, so die Zentek GmbH und geht davon aus: „Im Herbst werden wir sicher noch genauere Aussagen über die Entwicklungen treffen können“.





