Mehr Licht für die Binnendüne Hohenferchesar
Aktuell entnimmt die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg auf ihren Eigentumsflächen in einem Waldstück in der Gemarkung Hohenferchesar im Landkreis Potsdam-Mittelmark Gehölze und fällt Bäume. Mit der Maßnahme wird eine über die Jahre zugewachsene Binnendüne freigestellt. Die Flächen liegen in einem Waldstück nördlich der Ortslage im Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet „Weißes Fenn/Dünenheide“.
„Wir lassen innerhalb einer Kiefernfläche auf circa eineinhalb Hektar die Gehölze fast vollständig entfernen, um dort eine nach und nach zugewachsene Binnendüne wieder freizustellen. Nachdem wir die Bäume gefällt haben, gelangen Sonnenlicht und Wärme auf den Boden und die typischen Sandtrockenrasen-Pflanzen können sich wieder ausbreiten. Hier gibt es eine erstaunliche Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, die sehr gut an hohe Temperaturen, Trockenheit und Nährstoffarmut angepasst sind“, erklärt Roswitha Deichsel vom Flächenmanagement der Landesstiftung, die mit ihrer Naturschutzmaßnahme insbesondere die wertvollen Silbergrasrasen, Flechten- und Moosteppiche erhalten und fördern möchte.
Einige sogenannte Charakterbäume – wild und krumm gewachsene, alte Kiefern – bleiben auf der Fläche stehen, so Deichsel.
Auf weiteren Stiftungsflächen im Dünenumfeld wird der Wald behutsam durchforstet und aufgelichtet, um Eichen und Birken bessere Wachstumschancen zu liefern. „Faulbaum und Eberesche werden hier anfangs auch wachsen. Wir fördern so die Naturverjüngung und die Entwicklung eines Mischwaldes“, sagt Deichsel und verweist darauf, dass besonders alte und krumm gewachsene Kiefern und auch das Totholz im Wald unangetastet bleiben: „Solche natürlichen Strukturen sind als Lebensräume sehr wichtig für einen gesunden Wald.“
Entstanden sind die sogenannten Binnendünen am Ende der letzten Eiszeit, als starke Winde den Sand angeweht und immer wieder verlagert haben. Als offene Sandflächen prägten sie über Jahrtausende die Landschaft. In Brandenburg sind Dünen gar nicht so selten, allerdings sind sie heutzutage häufig unter Bäumen verborgen: Aufgrund der steigenden Holznachfrage nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die sandigen Flächen vielfach mit Kiefern aufgeforstet oder sind mit zunehmenden Nährstoffeinträgen zugewachsen. Einzig das vielgestaltige und mitunter steile Geländerelief ist unter den Bäumen erhalten geblie-ben und sorgt bei Wanderern für so manche Überraschung.





