Legal sprühen – Stromkästen-Projekt in Falkensee gestartet
Legal das Stadtbild verschönern, das wollen E.dis und Falkensee in Zusammenarbeit mit jungen Menschen durch eine neues Projekt erreichen. Graffiti ist seit langem fester Bestandteil der Aktivitäten im Jugendclub Saftladen am Gutspark in Falkensee. Steht hier doch einer von nur zwei Sprühdosen-Automaten in ganz Deutschland, wie Saftladen-Leiter Emanuel Knöfel, den alle nur Elton nennen, stolz erzählt. Natürlich werden hier auch legale Flächen zum Sprayen für die jungen Menschen vorgehalten.
Die Kreativität und Lust auf Farbe wollen sich die Stadt Falkensee und die E.dis nun zu Nutzen machen. Während sich der Verschönerungsverein Falkensee bereits seit vier Jahren mit Hingabe und Ausdauer der Verschönerung der rund 750 sogenannten Kabelverteilerkästen in der Stadt widmet, startete in dieser Woche ein Modellprojekt mit Jugendlichen.
Ziel ist es, im Laufe der Zeit alle Verteilerkästen nicht nur zu reinigen, sondern bunt und kreativ besprühen zu lassen. Die jungen Menschen, die bei der Aktion mitmachen, bekommen eine Art Patenschaft für spezifische Kästen. Sie kümmern sich um die Reinigung und Pflege und dürfen im Gegenzug ihre Kunst auf den Kästen verewigen.
Koordiniert wird die Aktion über den Jugendclub, damit auch immer bekannt ist, wer sich um welchen Kasten kümmert. Dazu wurden von der E.dis Listen zur Verfügung gestellt. Bevor ein Verteilerkasten besprüht wird, müssen die jungen Menschen eine Skizze bei Elton einreichen, denn auch wenn soviel künstlerische Freiheit wie möglich gelassen wird, sind natürlich keine rassistischen, sexistischen oder ähnlichen Motive erwünscht.
Workshop zum Besprühen von Kabelverteilerkästen
Damit das Kunstwerk auch möglich lange hält, fand am Dienstag im Saftladen ein Workshop mit den Experten der Potsdamer Firma ART-FX statt, die für die E.dis seit vielen Jahren Kabelverteiler professionell gestalten. Sie zeigten den interessierten Jugendlichen, wie man einen Stromkasten reinigt und auf das Besprühen vorbereitet. Die, in diesem Fall ausschließlich Jungs, mussten auch selbst Hand anlegen. Die E.dis hatte zu diesem Zweck ausrangierte Kabelverteilerkästen unterschiedlicher Bauart mitgebracht.
Übrigens, die jungen Menschen, die sich am Projekt beteiligen, bekommen von der E.dis auch ein Starterpaket gesponsert, so dass sie alsbald loslegen können. Zudem werden sie mit schriftlichen Genehmigungen ausgestattet, die es ihnen erlauben, die ihnen zugeteilten Kästen zu gestalten.
Man schaffe damit legale, betreute Kreativräume, so Lars Klemmer, der das Pilotprojekt auf Seiten der E.dis betreut. So werde zudem das Stadtbild durch ein farbenfrohes Erscheinungsbild der Kästen aufgewertet. Bürgermeister Heiko Richter macht keinen Hehl daraus, dass man hofft, auch präventiv das Übermalen und sogenannte „Taggen“, ein schnelles Sprühen eines Erkennungszeichens, zu verhindern.
Wer Lust hat, sich ebenfalls in dem Projekt zu engagieren, kann sich entweder beim Verschönerungsverein Falkensee oder im Jugendclub Saftladen melden.





